
In Aeternum – …Of Death and Fire
Soulseller Records | VÖ: 06.02.2026
Manchmal fühlt sich ein Album nicht wie ein Comeback an, sondern wie eine verspätete Fortsetzung. Genau so wirkt …Of Death and Fire von IN AETERNUM. Nach über zwanzig Jahren ohne regulären Longplayer kehren die Schweden zurück. Statt nostalgischer Rückschau liefern sie das Kapitel, das nach Dawn of a New Aeon eigentlich hätte folgen müssen.
Als ich das Album zum ersten Mal laufen ließ, war da sofort dieses vertraute Gefühl. Keine große Einleitung, kein vorsichtiges Abtasten. Die Band ist einfach da. Kalte Riffs, treibende Drums, Davids raue Stimme irgendwo zwischen klassischem skandinavischem Black Metal und der direkten Härte alter schwedischer Death-Schule. Das erinnert mich eher an Necrophobic als an irgendeinen modernen Retro-Ansatz.
Wer die alte Diskografie kennt, wird viele Anknüpfungspunkte finden. Die bissige Aggression von Forever Blasphemy, die kompromisslose Wucht von The Pestilent Plague, aber vor allem die dichtere, erwachsenere Handschrift von Nuclear Armageddon und Dawn of a New Aeon. Genau dort setzt dieses Album an. Nicht bei den chaotischen Anfangsjahren, sondern bei jener Phase, in der IN AETERNUM ihren eigenen Stil endgültig gefunden hatten. Irgendwo zwischen Black-Metal-Kälte à la frühe Immortal und der massiven Direktheit von Bands wie Deicide oder Malevolent Creation, mit denen sie damals die Bühnen teilten.

Dass hier wieder das Line-up von 2005 am Werk ist, hört man deutlich. Die Songs wirken fokussiert, aus einem Guss. Beneath The Darkened Tomb und The Day of Wrath verbinden klassische Black/Death-Wucht mit düsteren Melodiebögen, während Mortuary Cult oder Bow To None vor allem über Druck und Tempo kommen. Das klingt, als hätte man musikalisch einfach genau dort weitergemacht, wo man vor zwanzig Jahren aufgehört hat.
Besonders mag ich die Momente, in denen das Album kurz Luft holt. The Hourglass bringt eine greifbare Schwere ins Spiel, bevor es wieder zurück in die Raserei geht. Auch To Those Who Have Rode On gefällt mir hier besonders gut. Weniger Raserei, mehr Epic. Das setzt als Finale einen stimmungsvollen Schlusspunkt, ohne sich künstlich aufzublasen.
Unterm Strich ist …Of Death and Fire kein aufgewärmtes Reunion-Produkt, sondern eine späte Weiterführung der eigenen Geschichte. IN AETERNUM klingen hier hungrig und entschlossen. Ein Album mit klarem Blick nach vorne.
Mario W.








