Funebrarum – Beckoning The Void Of Eternal Silence 29.5.2026

- The Arrival (Intro) 1:53
- Beckoning The Void Of Eternal Silence 5:32
- Ša Nagba Amāru 6:55
- Through The Barren Halls Of Grieving Emptiness 4:25
- Into Dark Domains 5:49
- Ancestral Manor (Intro) 1:31
- Anhela Odor Mortuorum (The Adepts) 5:04
- From Rotting Burial Shrouds 3:50
- Turning The Stones Of Torment 5:30
- The Whispering Cathedral (Epilog) 8.44
Bandmitglieder:
- Daryl Kahan – Gesang
- Phil Tougas – Gitarre
- Sam Osbourne – Gitarre
- Winslow – Bass
- Charlie Koryn – Schlagzeug

Nach langer Pause melden sich die Jungs um Funebrarum mit ihrem dritten Studioalbum zurück.
Seit 1999 ist die Band aus New Jersey schon unterwegs. Nach drei Demos kam mit „Beneath TheColumns Of Abandoned Gods“ 2001 das erste Album raus. Es folgten eine EP und eine Split mit Interment, bis 2009 das zweite Full-length erschien: “The Sleep Of Morbid Dreams“. Nach zwei weiteren Splits und einer EP im Jahre 2016 war erstmal Funkstille.
Zehn Jahre später nun ein Hammerteil, das keinen Tag zu früh erschienen ist. Das Album ist ein Paradebeispiel für old-school Death Metal im Midtempobereich á la Incantation oder Immolation. Die dichte, morbide Atmosphäre wird von den dreckigen, wuchtigen und teilweise groovenden Riffs, den sehr tiefen Growls, sowie den gezielten punktuell eingesetzten doomigen Parts geschaffen. Besonders die schleppenden Doom-Passagen lassen ein Gefühl entstehen hoffnungslos im Sumpf stecken zubleiben – klebrig und kalt.
Das Intro „The Arrival“ ist kurz und düster und zieht dich sofort in die okkulte Stimmung mit einem Horrorvibe allererster Güte. Ein notwendiger Einstieg in den mächtigen Titeltrack – langsam walzende Riffs nehmen dich in Empfang, um plötzlich in eine aggressive Death Metal Walze zu beschleunigen. Ja, verdammt, genau deshalb habe ich mich vor 35 Jahren in den Death Metal verliebt. Markant die extrem tiefen Growls kombiniert mit bösen Screams – unglaublich intensiv.„Ša Nagba Amāru“ nimmt dich mit auf eine hypnotische Reise tief in den aggressiven Death-Doom-Bereich.
Charlie Koryn, den ich schon mit Ascended Dead und Incantation live erleben durfte, ist hier für die fabelhafte Schlagzeugarbeit zuständig. Auch Sam Osbourne an der Gitarre ist live für Incantation unterwegs und bei Hulder am Bass. Die zweite Gitarre spielt kein geringerer als Phil Tougas, der mit seiner Band Worm aktuell einen viel gepriesenen Release rausgehauen hat. Bei so viel musikalischer Erfahrung haben die Amis all ihr Können gebündelt. Wer bei „Ša Nagba Amāru“ gut runtergekommen ist, wird mit „Through The Barren Halls OfGrieving Emptiness“ ordentlich geweckt, einem tritt in den Arsch. Mehr Geschwindigkeit, mehr Groove mit fetten, rollenden Riffs und kurzen grindigen Ausbrüchen. Viel Atmosphäre und aufbauende Spannunsbögen. Einer der greifbarsten Tracks trotz der sehr körperlichen Dichte. Beim fünften Song „Into Dark Domain“ zeigt Daryl Kahan eindrucksvoll wie tief er stimmlich kommen kann. Langsame, massive Akkorde gepaart mit den besonders abgründigen Growls zieht dich das Tempo direkt in den erdrückenden schlammigen Doom Sound. Kein Entkommen, die unglaubliche Wucht und Gewalt hält dich fest gepackt. Puh, da kommt das leichte Intro gerade
recht. „Ancestral Manor“ ist orchestral, atmosphärisch. Ein Interlude zu den Sternen, der ein neues Kapitel aufschlägt. Nach dem ultraschweren „Into Dark Domain“ wirkt „Anhela Odor Mortuorum“ fast fröhlich und unbeschwert. Hier wird nochmal Old-School zelebriert wie er sein sollte: aggressiv, direkt und mit einem schönen Drum-Bass-Groove der einen durch den Song begleitet. Für den Bass ist Wilson zuständig, der auch ein weiteres Bandprojekt hat: Mutant Supremacy. Einer der eingängisten Tracks des Albums, weil gnadenlos direkt und ungeschnörkelt in die Fresse.„From Rotting Burial Shrouds“ zeigt den typischen Funebrarum Sound. Stark und kompakt wird hier nochmal bei allen nachgelegt: Tempo, Groove, Growls, Gitarren, Doomgewicht und Drum-Bass-Gewitter, die die Brutalität auf den Höhepunkt treibt. Dieses Teil wäre mein persönlicher Anspieltipp. Bei „Turning The Stones Of Torment“ wird das Tempo zwar etwas reduziert, aber das Midtempo zaubert eine plötzliche Schwere und Düsternis über die Komposition, damit hat man nicht gerechnet. Waren wir nicht schon am Ende der erdrückenden Schwere angekommen? Funebrarum zeigen hier für alle eindrucksvoll was es bedeutet die Birne weggeblasen zu kriegen. Live pusten sie dir damit das Gehirn raus. Großes Finale mit „The Whispering Cathedral“, der fast cinematisch und monumental wirkt. Der längste und komplexeste Track kombiniert Atmosphäre, Brutalität und Melodik mit durchdachten Tempowechseln. Ein in sich geschlossenes Stück Death Metal Kunst, das Lust auf mehr macht. Fazit.: Besonders beeindruckt hat mich die absolute Schwere. Diese Carvernouse Art, die dich direkt in der Hölle festsitzen lässt. Durch stark tiefergestimmte Instrumente und viel Palm-Muting wirken die Riffs gewaltiger, das schleppende Tempo leicht hinter dem Beat erzeugt eine dichte, drückende Gewalt, getoppt von den extrem tiefen Growls. WOW, danke Funebrarum, so geht Death Metal.
Diane Zapfe









