
MFOA 2026 Samstag
Der Samstag markierte den letzten vollständigen Festivaltag beim MFOA. Nach den wettertechnisch wechselhaften Vortagen blieb das Wetter auch diesmal unberechenbar. Regen, Wind und Sonnenschein wechselten sich beinahe im Stundentakt ab. Das Publikum ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und sorgte von der ersten bis zur letzten Band für eine beeindruckende Atmosphäre.
Diesen Morgen finden sich die Leute sehr früh auf dem Gelände ein, den schon um 10:45 Uhr beginnt die Band Frog Bog Dosenband aus Kloster Oesede aus dem Teuteburger Wald. Frog Bog Dosenband setzt auf Humor, Mitsingsongs und gepflegten Spaß. Gespielt wurde auf der „Bühne“ für die Rollstuhlfahrer bzw. Fans mit Beeinträchtigungen. Es haben sich viele von Campground aufs Infield bewegen lassen.
Den Auftakt auf der Hauptbühne machten Trading Pieces aus Gardelegen. Trotz der frühen Uhrzeit war der Bereich vor der Bühne bereits überraschend gut gefüllt. Die Hardcore-Band brauchte nicht lange, um die ersten Circle Pits in Bewegung zu setzen. Ein gelungener Start in den Tag, der zeigte, dass viele Besucher auch am letzten Festivalwochenende noch ausreichend Energie in den Reserven hatten.
Mit Vomiting Corpses aus Emden wurde es anschließend deutlich traditioneller. Die Old-School-Death-Metal-Veteranen wurden bereits 1988 gegründet und veröffentlichten 1995 ihr Debütalbum. Nach einer längeren Pause zwischen 1998 und 2007 ist die Band inzwischen wieder aktiv und veröffentlichte erst im vergangenen Jahr eine neue EP. Vor der Bühne fanden sich auch einige mitgereiste Ostfriesen ein, die ihre Herkunft stolz mit einer Fahne präsentierten. Musikalisch gab es genau das, was man von einer Death-Metal-Band dieser Generation erwartet: schwere Riffs, tiefe Growls und jede Menge authentisches Old-School-Feeling. Leider ist die CD ausverkauft, dafür gibt es noch die aktuelle EP zu erwerben.
Danach standen Savage Blood aus Osnabrück auf dem Programm. Fast hatte es den Eindruck, als hätten die Veranstalter einen direkten Draht zum Wettergott. Pünktlich zum Beginn des Sets hörte der Platzregen auf und die ersten Sonnenstrahlen kämpften sich durch die Wolkendecke. Die Freude hielt allerdings nicht lange an. Kaum war die Band richtig im Set angekommen, setzte erneut Regen ein. Dennoch ließen sich weder Musiker noch Fans davon die Stimmung verderben und feierten gemeinsam weiter. Savage Blood wurden 2016 gegründet und haben 2 Alben veröffentlicht, die man am Merchstand auch erwerben kann. Ich konnte Savage Blood schon beim Metal Frenzy Weihnachtsbash in Oebisfelde live erleben.
Einer der ersten Höhepunkte des Tages folgte mit Grailknights. Grailsknight sind für die ausgefallenen Victorius eingesprungen.
Wie gewohnt begann die Geschichte um den entführten Heiligen Gral und den bösen Dr. Skull. Bereits beim ersten Song war vor der Bühne eine Menge Fans zu finden. Die Stimmung vor der Bühne stieg förmlich an. Passend zum Auftritt zeigte sich auch die Sonne wieder und verwandelte das Festivalgelände für eine gute Stunde in einen perfekten Schauplatz für die Superhelden des Heavy Metal. Sänger Sir Optimus Prime hat das Publikum voll im Griff, denn auf das Grailknight Battlechoir kommt eine lautstarkes Yes Sire! zurück. Es ist immer wieder beeindruckend, wie schnell es Grailknights schaffen, ein Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Egal ob langjähriger Fan oder zufälliger Festivalbesucher, nach wenigen Minuten macht jeder mit. Natürlich durfte auch die obligatorische sportliche Betätigung in der Mitte des Sets nicht fehlen. Die Fans gingen begeistert mit und sorgten für reichlich Bewegung vor der Bühne. Zum großen Finale wurde Dr. Skull wie gewohnt besiegt und der Gral zurückerobert. Mission erfüllt, Publikum glücklich.
Nach diesem Spektakel erhöhte Fateful Finality den Härtegrad deutlich. Die Thrash-Metaller lieferten einen energiegeladenen Auftritt ab und präsentierten gleich vier Songs ihres aktuellen Releases Desolation. Fateful Finality kommen aus Weil der Stadt (Baden-Württemberg) und habe seit der Gründung 2000 schon 6 Alben veröffentlicht, die man auch am Merch erwerben kann. Zwar war der Bereich vor der Bühne nach den Grailknights nicht mehr ganz so dicht gefüllt, doch die verbliebenen Fans machten dafür ordentlich Alarm. Circle Pits und fliegende Haare bestimmten das Bild vor der Bühne.
Mit Bloodsucking Zombies from Outer Space (BZFOS) wurde es anschließend etwas schwieriger, die Musik stilistisch einzuordnen. Punk? Rock? Indie? Vielleicht von allem etwas. Stellenweise fühlte man sich sogar an die Misfits erinnert. Am Ende spielte die Genrefrage aber überhaupt keine Rolle. Die Band sorgte für beste Stimmung und profitierte davon, dass die starken Windböen endlich nachließen. Immer mehr Besucher verließen ihre Camps und strömten zurück vor die Bühne. Auch optisch wurde einiges geboten. Werwölfe, Exorzismus und weitere skurrile Showelemente sorgten für eine unterhaltsame Performance und viele neugierige Blicke.
Die letzten Sonnenstrahlen des Tages gehörten den Cancer Bats aus Canada. Das Infield war inzwischen wieder hervorragend gefüllt und die Hardcore-Veteranen lieferten genau die Energie, die man sich zu dieser Uhrzeit wünscht. Besonders Frontmann Liam Cormier war ständig in Bewegung. Kaum ein Quadratmeter der Bühne blieb ungenutzt. Seine Präsenz und Energie übertrugen sich unmittelbar auf das Publikum, das jede Minute des Auftritts feierte.
Als die Dämmerung einsetzte, wurde es Zeit für Tanzwut. Die Berliner fuhren das große Besteck auf. Gleich sieben Musiker standen auf der Bühne, darunter zwei Dudelsackspieler und zwei Schlagzeuger. Frontmann Teufel hatte die Menge vom ersten Moment an fest im Griff. Die Mischung aus Mittelalter-Rock, Industrial-Einflüssen und einer imposanten Bühnenshow funktionierte hervorragend. Besonders „Achtung Mensch“ vom aktuellen Album wurde von den Fans begeistert aufgenommen.
Der offizielle Headliner des Abends war anschließend Skindred. Die Band aus Wales bewies einmal mehr, dass sie sich in keine musikalische Schublade pressen lässt. Reggae, Metal, Punk und Rock verschmelzen bei ihnen zu einem einzigartigen Sound. Wer Skindred schon einmal live erlebt hat, weiß, dass hier nicht nur Musik geboten wird. Cover-Songs, spontane Einlagen, verteilte Rosen und jede Menge Interaktion mit dem Publikum sorgten für beste Unterhaltung. Die Fans feierten die Band frenetisch und machten deutlich, dass Skindred ein absolut würdiger Headliner für den Samstagabend war.
Doch eine Band sollte noch folgen.
Den Abschluss des Tages übernahmen Marduk. Noch einmal strömten die Besucher vor die Bühne und füllten den Bereich bis in die hinteren Reihen. Die schwedischen Black-Metal-Veteranen verzichteten auf große Showeinlagen und konzentrierten sich ganz auf ihre Musik. Marduk haben schon über 35 Jahre auf dem Buckel und viele Black Metal Releases. Mit kompromissloser Härte und einer beeindruckenden Intensität lieferten sie den perfekten Schlusspunkt für einen langen Festivaltag. Spätestens als „Panzer Division Marduk“ angestimmt wurde, war klar: Der Panzer rollt.
Nach vier Tagen voller großartiger Musik, Wetterkapriolen, unzähliger Gespräche und jeder Menge Festivalgefühl endet ein weiteres MFOA.
Meine persönlichen Highlights des Tages waren Vomiting Corpses und die beeindruckende Intensität von Marduk. Doch letztlich zeigte der Samstag noch einmal genau das, was dieses Festival ausmacht: musikalische Vielfalt, leidenschaftliche Fans und eine Atmosphäre, die man nur vor der Bühne erleben kann.
Bis zum nächsten Jahr – wir sehen uns vor der Bühne
Vielen Dank an das Metal Frenzy Orga-Team für die Akkreditierung (Foto) und an die Crew für die Betreuung.
Text: Frank
Foto: Sven Richter













































