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Dark Troll Festival 2026 – Drei Tage Burgruine, Black Metal und Folk

Dark Troll Festival 2026 – Drei Tage Burgruine, Black Metal und Folk

Donnerstag, 14.05.2026

Früh am Donnerstagmorgen geht es für uns Richtung Schweinsburg nach Bornstedt. Schon der kurze Fußweg vom Parkplatz hinauf zur Burgruine sorgt sofort für Festivalstimmung. Zwischen alten Mauern, Händlerständen und dem Duft von Knoblauchbrot und Grillhähnchen entsteht schnell eine eigene Atmosphäre. Der auf vielen Festivals bekannte Hähnchenwagen „Brathahn statt Satan“ passt dabei erstaunlich gut ins Gesamtbild der Schweinsburg. Die historische Anlage wird bis heute vor allem durch ehrenamtliches Engagement erhalten.

Der Einlass und die Akkreditierung verlaufen entsprechend entspannt, sodass schnell der erste Blick über das Gelände möglich ist.

Wie bei Surprise Acts üblich, wird im Vorfeld viel gerätselt, welche Band den Auftakt übernimmt. Mit Clitcommander betritt schließlich eine Grindcore-Band die Bühne. Eine eher ungewöhnliche Wahl auf einem Festival, das sonst klar von Pagan-, Folk- und Black Metal geprägt ist. Gerade dieser Kontrast sorgt dafür, dass der Start direkt funktioniert.

Sänger Dennis wirkt dabei selbst etwas überrascht von seinem Auftritt. Da er in diesem Jahr heiratet, wurde eigens ein Shirt gestaltet, dessen Erlös in die Hochzeitskasse fließt. Angeblich wusste er bis kurz vor dem Gig noch nichts davon. Entsprechend trocken fällt die Begrüßung aus: „Vielen Dank, dass wir heute hier sein müssen.“

Musikalisch liefert die Band kurze, chaotische Grindcore-Ausbrüche mit viel Humor. Spätestens bei Songtiteln wie „Mit Salat findet man keine Freunde“ stehen dem Publikum die Mundwinkel sichtbar nach oben.

Mit Vaette folgt der erste Deutschlandauftritt der dänischen Folk-Metal-Band. Vor der Bühne kommt schnell Bewegung auf, erste Tanz- und Mitsingmomente entstehen fast von selbst. Musikalisch erinnern einzelne Passagen an Finntroll, dennoch entwickelt die Band genug Eigenständigkeit, um nicht im direkten Vergleich zu verschwinden.

Aufgrund kleiner technischer Probleme verlängert sich die Umbaupause vor Frantic Amber leicht. Wirklich stören tut das niemanden, denn die schwedische Death-Metal-Band liefert anschließend eine druckvolle und zugleich klar produzierte Show ab. Harte Riffs und melodische Elemente greifen sauber ineinander und tragen sich kraftvoll über das Burggelände.

Besonders auffällig ist die Bühnenpräsenz der Band, die das Publikum schnell mitnimmt. Nach dem Auftritt bleiben die Musikerinnen präsent, mischen sich unter die Besucher und sind noch lange am Merch und auf dem Gelände unterwegs.

Mit Ondfodt betritt anschließend die erste Black-Metal-Band des Festivals die Bühne. Trotz des inzwischen aufklarenden Wetters kippt die Stimmung vor der Schweinsburg sofort ins Kalte. Corpsepaint, schneidende Gitarren und rasende Blastbeats verwandeln das Burggelände für knapp fünfzig Minuten in eine nordische Black-Metal-Andacht.

„Dark Troll, are you ready for some more christ reaping Black Metal?“ Mit dieser Ansage wird das Publikum zusätzlich angeheizt. Vor der Bühne gehen immer mehr Fäuste nach oben, während Ondfodt ihr kompromissloses Set durchziehen.

Trold aus Dänemark sorgen im Anschluss für spürbar ausgelassene Stimmung. Die Folk-Metal-Band bringt sofort Bewegung ins Publikum und sorgt für erste Circle Pits und viel Bewegung vor der Bühne. Eingängige Melodien und hohe Energie tragen sich direkt auf die Menge über.

Etwas schade ist lediglich, dass der Bassist fehlt und die Bassspur vom Band kommt. Wirklich ins Gewicht fällt das jedoch nicht, die Spielfreude der Band macht diesen Punkt schnell zur Nebensache.

Mit Havamal steht anschließend schwedischer Melodic Death Folk auf dem Programm. Da es inzwischen später Nachmittag ist und noch nichts gegessen wurde, nutzen wir die Gelegenheit für eine kurze Pause abseits der Bühne. Bei der Knobibäckerei gibt es frisches, warmes Knoblauchbrot und ein Kaltgetränk. Genau das Richtige nach den ersten intensiven Festivalstunden. Anschließend wird noch schnell Merch zum Auto gebracht, bevor es zurück zur Burg geht.

Dort übernimmt Severoth aus der Ukraine das Set. Die Band spielt atmosphärischen Black Metal, der beim Publikum sichtbar gut ankommt und eine dichte, ruhige Stimmung erzeugt. Während die Show bei Sven sehr gut funktioniert, bleibt sie bei mir ohne größere Wirkung.

Bei XIV Dark Centuries zündet der Funke sofort. Für den verletzten Gitarristen springt Tobias Söllner von Gernotshagen ein und fügt sich nahtlos ins Set ein. Die Band kombiniert neues Material mit Klassikern, die beim Publikum gut ankommen. Besonders „Atme den Wald“ und „Teutonentanz“ bleiben hängen.

Für zusätzliche Wirkung sorgen Gäste von den Harzer Schattenwelten, die bei mehreren Songs die Bühne bevölkern und das visuelle Bild deutlich verstärken.

Als Wolfheart gegen halb elf die Bühne betreten, machen sich nach einem langen Festivaltag die ersten müden Beine bemerkbar. Trotzdem zieht es uns noch einmal vor die Bühne. Vor der Kulisse der Burgruine entsteht durch das Lichtdesign eine eindrucksvolle Szenerie. Besonders im Gedächtnis bleibt die in grünes Licht getauchte Bühne: Vagelis Karzis steht als Sänger und Gitarrist zentral im Nebel, flankiert von Bass und Gitarre, während der Sound klar und druckvoll über das Gelände zieht.

Auffällig bleibt allerdings die eher zurückhaltende Reaktion des Publikums, das sich trotz der stimmungsvollen Kulisse nur vereinzelt mitreißen lässt.

Da die Kräfte nach einem langen Festivaltag langsam nachlassen, wird auf Enisum verzichtet. Stattdessen geht es zurück in die Unterkunft.

Auf dem Rückweg sorgt beinahe ein Igel auf der Straße noch für einen kurzen Schreckmoment, bevor der erste Festivaltag mit einem kühlen Bier und müden Füßen endet.

Freitag, 15.05.2026

Freitagmorgen. Die Beine melden sich deutlich vom Vortag, während nach dem Frühstück erst einmal Fotos sortiert und die Notizen für den neuen Bericht durchgesehen werden. Die Ohren rauschen noch leicht. So sehr, dass der Ventilator des Dunstabzugs kurzzeitig verdächtig nach Black Metal klingt.

Der Weg zur Schweinsburg zieht sich entsprechend etwas länger als am Vortag, je nach Tagesform ungefähr einen halben Liter Bier.

Mit Saturnebula eröffnet eine junge Band aus Dresden den zweiten Festivaltag. Erst Ende 2024 gegründet, hat die Band 2025 ihre erste EP veröffentlicht und bringt rohen, okkult angehauchten Black Metal auf die Bühne. Ein besonderer Moment entsteht im letzten Song, als der Drummer sein Kit verlässt, sich ein Mikro schnappt und als zusätzlicher Frontmann agiert. Im Zusammenspiel mit der Sängerin und Bassistin entsteht ein intensiver, ungewöhnlicher Abschluss des Sets.

Auf Weltenbrandt wurde sich im Vorfeld besonders gefreut. Die österreichischen Post-Black-Metaller schaffen es schnell, die Umgebung auszublenden und den Blick komplett auf die Musik zu ziehen. Melancholische Stücke wie „Melancholia Ugewalt“ oder „Resilienz“ entfalten dabei eine fast hypnotische Wirkung.

Da Gitarrist Alex kurzfristig ausgefallen ist, springt Luke ein, der sich das Material in kurzer Zeit angeeignet hat und einen überzeugenden Job liefert. Mehrfach ist aus dem Publikum zu hören, dass Weltenbrandt eigentlich einen späteren Slot verdient hätten.

Nach kurzem Umbau folgt mit Helgrindur aus Solingen ein deutlich energiegeladener Auftritt. Die Band tritt selbstbewusst auf, die Ansagen sind locker und stellenweise bewusst unperfekt. Inklusive eines zu früh angekündigten Songs.

 

Das Publikum reagiert sofort: Vor der Bühne wird gerudert und mitgefeiert, während Sänger Beast bei „Golem“ mitten durch die Menge zieht und den Song direkt zwischen den Besuchern performt. Besonders der Bass drückt dabei ordentlich durch und verleiht dem Auftritt zusätzlich Wucht.

Abseits der Bühne wird das Gelände erkundet. Zwischen den Merchständen begegnet man immer wieder Figuren aus regionalen Mythen- und Sagenwelten. Vor allem die detailreichen Kostüme der Harzer Schattenwelten sorgen auf dem Gelände regelmäßig für Aufmerksamkeit und werden von vielen Besuchern begeistert fotografiert.

Währenddessen betreten Lucifer’s Cold Embrace gegen 17 Uhr die Bühne. Die Band spielt Symphonic Black/Death und feiert beim Dark Troll ihr Live-Debüt. Während wir noch beim Essen sind und uns am Merchstand unterhalten, dringt der erste Teil des Sets zunächst nur vom Burghof herüber.

Eigentlich soll es danach direkt weiter zum Parkplatz gehen, doch die Mischung aus Atmosphäre und Wucht sorgt schnell dafür, dass wir stehen bleiben und uns die Show schließlich komplett anschauen.

Der Beginn von Heimdalls Wacht wird dadurch allerdings größtenteils verpasst. Als wir zurück auf das Gelände kommen, ist der Bereich vor der Bühne bereits gut gefüllt und die Reaktionen des Publikums wirken durchweg begeistert. Viel mehr als diesen kurzen Eindruck bekommen wir vom Auftritt allerdings nicht mehr mit.

 

Bei Obscurity gibt es zu Beginn technische Probleme, wodurch die ersten Songs etwas zu schnell gespielt werden. Sänger Agalaz reagiert sichtbar genervt, während das Publikum den erhöhten Speed teilweise sogar positiv aufnimmt.

Zwischen den ersten Songs muss mehrfach unterbrochen werden, was der Atmosphäre zunächst schadet. Sobald die Probleme behoben sind, zieht die Band das Tempo wieder stabil an und liefert eine energiegeladene Show.

Klassiker und neue Songs vom Album „Ascheregen“ werden gleichermaßen gut angenommen. Beim „Bergischen Hammer“ steigt Agalaz schließlich ins Publikum und sorgt für einen der intensivsten Momente des Sets. Der Sound drückt dabei sauber und kraftvoll über das Gelände.

Mit Skyforger betritt anschließend einer der großen Namen des Festivals die Bühne. Die lettische Pagan-Metal-Band gehört seit vielen Jahren zu den festen Größen der Szene und wird entsprechend sehnsüchtig erwartet. Schon vor Beginn des Sets füllt sich der Bereich vor der Bühne deutlich.

Skyforger treten traditionell gekleidet auf und performen größteneils in ihrer Heimatsprache, was der Show zusätzlich Authentizität verleiht. Musikalisch verbindet die Band epische Pagan-Metal-Melodien mit folkloristischen Elementen und schafft es mühelos, das Publikum über die gesamte Spielzeit mitzunehmen.

Die Setlist kombiniert ältere Stücke mit mehreren Songs des aktuellen Albums „Teikas“. Für einen ungeplanten Moment sorgt Bassist Zirgs, der während des Auftritts stolpert und auf der Bühne landet. Mit einer schnellen Drehung rettet er die Situation allerdings charmant und beendet das Stück kurzerhand auf dem Rücken liegend. Später kommentiert er den Vorfall selbstironisch als „Drunken Style“.

Zum Abschluss wird es noch einmal ungewohnt ruhig. Der Drummer tritt nach vorne und fragt mit einem Grinsen: „We have seven minutes left. Can we do a Latvia folk song?“ Anschließend beendet Skyforger den Auftritt mit einem akustischen Folklore-Stück, das für einen stimmungsvollen und sehr passenden Ausklang sorgt.

Mit Groza folgt ein atmosphärisch deutlich anderer Moment des Tages. Der Black Metal der Bayern wirkt reduziert, aber intensiv und schafft sofort eine dichte Stimmung vor der Bühne. Die Musiker treten in schwarzen Kapuzen und Lederwesten auf, während die Bühne in kaltes Licht getaucht wird. Die Ansagen bleiben knapp, die Musik steht klar im Vordergrund.

Gerade die Mischung aus aggressiven Passagen, melancholischen Melodien und ruhigen Momenten verleiht dem Auftritt eine besondere Dynamik. Zwischendurch wird aus einer Weinflasche getrunken, bevor der letzte Song dem verstorbenen Freund und ehemaligen Bassisten Mike gewidmet wird.

Der Auftritt lebt weniger von großer Inszenierung als von Atmosphäre und Intensität. Genau dadurch funktioniert er.

Nach diesem „GROZAartigen“ Auftritt geht es schließlich zurück in die Unterkunft. Der letzte Auftritt des Tages – Gjallar mit einer Falkenbach-Tribute-Show – wird bewusst ausgelassen. Nach zwei langen Festivaltagen überwiegt langsam die Müdigkeit.

In der Unterkunft wird der Tag bei einem Bier noch einmal reflektiert, bevor der zweite Festivaltag ruhig ausklingt.

 

Samstag, 16.05.2026

Der Samstag beginnt mit dem mittlerweile obligatorischen Blick auf den Wetterbericht. Die Prognose bleibt unverändert: Endlich soll ein Festivaltag komplett trocken bleiben. Während am Vormittag erneut Fotos bearbeitet und Notizen sortiert werden, läuft im Hintergrund bereits die gedankliche Vorbereitung auf den letzten Festivaltag.

An der Schweinsburg angekommen, sind die Barbarossa Pipes and Drums bereits mitten im Auftritt. Dudelsäcke und Trommeln hallen durch die alten Mauern und sorgen direkt wieder für Mittelalter- und Festivalatmosphäre. Statt sofort zur Bühne zu gehen, zieht es uns zunächst zum „Place of Spirits“, der Whisky- und Met-Bar des Festivals. Nach einer netten Unterhaltung lassen wir uns dort etwas empfehlen – mit Erfolg. Wahrscheinlich hätte man problemlos den restlichen Nachmittag dort verbringen können. Um zu verhindern, dass der Festivalbericht an dieser Stelle endet, geht es dann aber doch wieder zurück Richtung Bühne.

Mit Tylangir folgt der zweite Deutschlandauftritt der Schweizer Folk-Metal-Band. Trotz des frühen Slots versammelt sich bereits erstaunlich viel Publikum vor der Bühne. Schon der Aufbau macht neugierig: Neben klassischen Metal-Instrumenten stehen Harfe, Hackbrett, Trommeln, Rasseln und Tierhörner bereit. Dazu kommen verschiedene Flöten, die überraschend klar und präsent im Soundmix zur Geltung kommen. Hier leistet die Soundcrew sichtbar starke Arbeit.

Musikalisch verbinden Tylangir Folk Metal mit Themen aus heidnisch geprägten Volkssagen, Natur- und Geisterwelt. Der gutturale Gesang in wallisischer Mundart verstärkt dabei den eigenständigen Charakter der Band zusätzlich. Während des Auftritts kreist eine an einem Ast befestigte Fahne durchs Publikum und landet zwischenzeitlich auch unfreiwillig auf meinem Kopf – Kollateralschaden ausgelassener Festivalstimmung.

Den Abschluss bildet schließlich „Rollibock“, ein Song über den gehörnten Berggeist, der vom Publikum noch einmal lautstark begleitet wird.

Mit Spere folgt anschließend eine Band, die eindrucksvoll zeigt, wie viel Atmosphäre auch mit nur zwei Musikern entstehen kann. Das erst 2023 gegründete Duo, bestehend aus Mitgliedern von Horn und Halphas, verbindet Black Metal mit Doom- und Heavy-Einflüssen und arbeitet stellenweise auch elektronische Elemente in den Sound ein.

Gerade Songs wie „Engine Fire“ oder „Boneless Casket“ funktionieren dabei besonders gut und erzeugen trotz minimalistischer Besetzung eine erstaunlich dichte Wirkung vor der Bühne.

Vor dem nächsten Auftritt betritt Organisator Kelly die Bühne und richtet einige persönliche Worte ans Publikum. Zunächst herrscht gute Stimmung: Aus Freude über den an diesem Tag feststehenden Aufstieg von Energie Cottbus spendiert er kurzerhand zwei Fässer Bier.

Kurz darauf wird es allerdings deutlich ernster. Kelly gedenkt kürzlich verstorbener Crewmitglieder und appelliert eindringlich an die Besucher, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und gesundheitliche Probleme nicht zu ignorieren. Die Ansprache sorgt für einen ungewohnt stillen Moment zwischen all der Festivalstimmung.

Bei Vanaheim wird die Bühne anschließend wieder deutlich voller. Requisiten, mehrere Musiker und folkloristische Elemente passen perfekt zur Atmosphäre der Burgruine. Die niederländische Pagan-Metal-Band ist nicht zum ersten Mal beim Dark Troll zu Gast und entsprechend schnell kommt Bewegung ins Publikum.

Mit lockeren Ansagen wie „Wollt ihr was Schnelleres?“ hält die Band die Stimmung konstant hoch, während sowohl bekannte Stücke als auch neue, bislang unveröffentlichte Songs vom Publikum begeistert aufgenommen werden.

Mit Zorza wird es anschließend wieder spürbar düsterer. Für ihr Deutschlanddebüt findet die polnische Post-Black-Metal-Band die passende Kulisse zwischen den Burgmauern. Vor der Bühne versammelt sich eine beachtliche Menge an Zuschauern, die sich schnell in die intensive und bewusst reduzierte Atmosphäre hineinziehen lässt.

Ohne große Inszenierung erzeugt die Band mit melancholischen Melodien, emotionalen Passagen und dichten Klangflächen eine beinahe hypnotische Stimmung zwischen den alten Burgmauern. Gerade diese Reduktion verleiht dem Auftritt seine besondere Wirkung und erinnert stellenweise an die Atmosphäre, die bereits Groza am Vorabend erzeugt haben.

Mit Fejd betreten anschließend echte Folk-Veteranen die Bühne. Die schwedische Band verzichtet vollständig auf E-Gitarren und setzt stattdessen auf traditionelle Instrumentierung, die dennoch erstaunlich kraftvoll wirkt. Flöten, Percussion und akustische Saiteninstrumente erzeugen gemeinsam eine warme, fast hypnotische Atmosphäre zwischen den Burgmauern.

Neben älteren Songs präsentieren Fejd auch zwei neue Stücke, nachdem das letzte Album der Band inzwischen bereits rund zehn Jahre zurückliegt. Den Musikern ist die Freude über den Auftritt deutlich anzumerken und diese Stimmung überträgt sich schnell auf das Publikum.

Mit Naglfar folgt anschließend einer der großen Headliner des Festivals. Vom ersten Moment an wirkt die Show intensiv und kompromisslos. Sänger Kristoffer präsentiert sich mit fast wahnsinnig wirkendem Blick, während auf der Bühne kaum jemand stillsteht. Gleichzeitig liefert die Soundcrew erneut starke Arbeit ab. Der Sound ist druckvoll, klar und passt perfekt zur kalten Atmosphäre des Auftritts.

Songs wie „A Swarm of Plagues“ oder „The Darkest Road“ reißen das Publikum spürbar mit. Auch optisch bleibt der Auftritt im Gedächtnis, nicht zuletzt durch das L.G.-Petrov-Shirt des Bassisten. Mit „Harvest“ endet das Set schließlich noch einmal mit voller Intensität, bevor Naglfar die Bühne nahezu wortlos verlassen.

Zum Abschluss des Abends folgt mit Vinterland noch ein besonderer Programmpunkt für viele Genre-Fans. Die schwedische Melodic-Black-Metal-Band spielt zu Ehren des 30-jährigen Jubiläums ihres Albums „Welcome My Last Chapter“ ein komplettes Anniversary-Set rund um die Platte.

Das Album gilt bis heute als Klassiker des Genres und blieb gleichzeitig das einzige vollständige Album der Band. Entsprechend groß ist der Zuspruch aus dem Publikum, das viele Songs begeistert begleitet.

Nach drei intensiven Festivaltagen macht sich die Müdigkeit inzwischen allerdings deutlich bemerkbar. Deshalb wird auf den abschließenden Auftritt von Arkona aus Polen verzichtet. Stattdessen geht es ein letztes Mal zurück Richtung Parkplatz und anschließend in die Unterkunft, wo der Festivalabschluss noch bei einem letzten Bier ausklingt, bevor es schließlich erschöpft ins Bett geht.

Damit endet ein intensives Wochenende zwischen Black Metal, Folk, Regen, Met, Bier, Burgruinen und erstaunlich wenig Schlaf. Drei Tage, in denen die Schweinsburg erneut gezeigt hat, warum das Dark Troll für viele Besucher längst ein fester Teil des Festivaljahres geworden ist.

Schall und Laut bedankt sich herzlich beim Team des Dark Troll Festivals für die Akkreditierung und den freundlichen Empfang.

Text: Mario W.

Fotos: Sven R.

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