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Hatebreed in Hannover – Still A Threat European Tour (Part 2)

Vor der Halle ist die Stimmung ganz entspannt an diesem Sommerabend. Viele sind schon früh an der Faust, um im Biergarten vorher noch ein Bierchen zu trinken oder eine Pizza zu essen. So verläuft auch der Einlass ganz entspannt und schnell. Wir gehen früh in die Halle und besorgen uns erstmal ein Bier. Leider sind wir wohl zu früh. Es wird noch an der Zapfanlage getüftelt und das Bier ist leider nicht anständig gekühlt. Naja, wir trinken es trotzdem. Ich sichere mir einen guten Platz am Eingang zum Fotograben.

Als Thrown Into Exile dann die Bühne entern, ist der Innenraum zunächst noch vergleichsweise leer. Das ändert sich allerdings schnell

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Thrown Into Exile müssen sich ihr Publikum erst erspielen. Mit jedem Song wird der Applaus lauter und die Halle voller. Musikalisch gibt es dabei ordentlich Druck. Der Sound ist gut und kraftvoll, auch wenn sich einzelne Feinheiten nicht immer heraushören lassen. Die Band selbst wirkt sympathisch und fordert das Publikum immer wieder zu Circle Pits und sogar einer Wall of Death auf.

Eine ausgefeilte Lichtshow oder ein großes Bühnenbild gibt es nicht. Das braucht es aber auch nicht. Am Ende bleibt vor allem der Eindruck, dass Thrown Into Exile einige Zuschauer positiv überrascht haben dürften. In Deutschland ist die Band schließlich noch vergleichsweise unbekannt. Für mich war es ebenfalls die erste Begegnung mit der Band und definitiv eine gelungene Entdeckung.

Dann wird es Zeit für Hatebreed.

Zur Einstimmung gibt es als Intro Ace of Spades. Als die Band schließlich die Bühne betritt, ist von Zurückhaltung keine Spur. I Will Be Heard eröffnet das Set und setzt das Publikum sofort in Bewegung. Während Thrown Into Exile sich ihr Publikum noch Song für Song erspielen mussten, hat Hatebreed es vom ersten Song an komplett im Griff.

Der Sound ist dabei genau das, was man sich für eine Hardcore-Show wünscht: druckvoll, laut und trotzdem nicht übersteuert. Dazu kommen gut eingesetztes Licht und Rauchsäulen, die der Bühne immer wieder zusätzliche Atmosphäre verleihen. Vor allem aber merkt man der Band ihre Spielfreude an. Hier steht niemand lustlos auf der Bühne und spult ein Programm herunter.

Stattdessen wird das Publikum immer wieder aufgefordert, sich zu bewegen. Circle Pits entstehen, überall wird gemosht und von der ersten bis zur letzten Minute herrscht Bewegung. Auch einige Crowdsurfer sind unterwegs. Hier hätte ich sogar mit deutlich mehr gerechnet.

Songs wie Destroy Everything, This Is Now und Live for This sorgen für ordentlich Bewegung im Innenraum. Besonders This Is Now bleibt bei mir hängen. Dazu kommt mit Make the Demons Obey auch ein neuer Song vom kommenden Album ins Set, der sich für mich erstaunlich gut zwischen den Klassikern behaupten kann. Auch ein Slayer-Cover von Ghosts of War sorgt für einen besonderen Moment.

Zwischendurch gibt es immer wieder Mitsingpassagen. Sänger Jamey Jasta weiß dabei genau, wie er das Publikum bekommt. Seine Ansage, dass man nach einer Hatebreed-Show am nächsten Tag heiser sein sollte und der deshalb eigentlich ein Ruhetag sein müsse, passt perfekt zum Abend.

Immer wieder spüre ich den Druck der Menge im Rücken. Es wird geschoben, gemosht und geschwitzt. Genau dafür bin ich schließlich zu einer Hardcore-Show gekommen. Wenn man nach einem Konzert komplett verschwitzt aus der Halle kommt und sich denkt: „Ja, genau so muss das sein“, hat die Band offensichtlich einiges richtig gemacht.

Ein besonderer Moment folgt dann abseits der Musik. Jamey Jasta hat Geburtstag und plötzlich stimmt die gesamte Halle ein Geburtstagsständchen an. Kurz darauf bringt ein Crewmitglied sogar eine Torte auf die Bühne. Ein sympathischer Moment inmitten dieser ansonsten kompromisslosen Hardcore-Show.

Eine Wall of Death gibt es diesmal zwar nicht. Dafür gibt es mehr als genug Mosh- und Circle Pits. Die Halle ist voll, die Stimmung bestens und nach einer Stunde Spielzeit plus Intro verlassen die meisten Zuschauer sichtlich zufrieden den Raum.

Eine Viertelstunde länger hätte es für mich durchaus sein dürfen. Gleichzeitig fehlt am Ende aber auch kein Song, bei dem ich zwingend denke: „Den hätten sie noch spielen müssen.“ Das Set fühlt sich rund an.

Wir trinken noch ein letztes Bier in der Halle und lassen den Abend langsam ausklingen. Danach freue ich mich allerdings tatsächlich auf nichts mehr als eine Dusche und mein Bett.

Hatebreed haben genau das geliefert, was ich mir von diesem Abend erhofft hatte: eine kompromisslose Hardcore-Show, jede Menge Bewegung und ein Publikum, das von Anfang bis Ende dabei ist. Keine großen Spielereien, keine unnötigen Pausen. Einfach Vollgas.

Und genau das ist es, was eine gute Hardcore-Show braucht.

Text: Mario W.

Fotos: Sven R.

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