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Leper Colony – Back to Primal Sludge VÖ 09.10.2026


Leper colony – Back to Primal Sludge – VÖ 09.10.2026 via Testimony Records

Wenn Rogga Johansson und Marc Grewe gemeinsame Sache machen, weiß man eigentlich schon ziemlich genau, was einen erwartet: Death Metal! Und zwar nicht irgendeinen modernen Death Metal, sondern die gute alte Schule. Leper Colony ist aus der langjährigen Freundschaft und gemeinsamen Liebe zum klassischen Death Metal von Rogga und Marc entstanden. 2023 erschien das selbstbetitelte Debüt, 2025 folgte Those of the Morbid und nun steht mit Back to Primal Sludge bereits Album Nummer drei vor der Tür. Die neue Scheibe erscheint am 9. Oktober 2026 über Testimony Records.

Für alle, die mit den beiden Namen nicht sofort etwas anfangen können: Marc Grewe dürfte vor allem als ehemaliger Sänger von Morgoth bekannt sein. Später war beziehungsweise ist er unter anderem bei Insidious Disease und Asinhell aktiv. Rogga Johansson ist dagegen einer dieser Musiker, bei denen man irgendwann aufhört, mitzuzählen, in wie vielen Bands und Projekten er eigentlich aktiv ist. Paganizer, Ribspreader und Revolting sind nur einige seiner bekanntesten Stationen.

Leper Colony ist dabei für mich keine typische „Wir machen mal schnell ein Nebenprojekt“ Geschichte. Die Band wurde gegründet, weil Grewe und Johansson ihre gemeinsame Begeisterung für den Death Metal der frühen 90er in Musik umsetzen wollten. Genau diese Leidenschaft hört man auch auf „Back to Primal Sludge“. Der Albumtitel passt eigentlich perfekt. Leper Colony wollen zurück zu dem Sound, mit dem der Death Metal groß geworden ist. Florida trifft Stockholm: sägende Gitarren, tiefe Growls, ordentlich Druck auf den Drums und jede Menge Riffs.

„Madness Is a Kingdom“ eröffnet das Album und geht direkt nach vorne. Hier gibt es keine lange Einleitung, sondern sofort sägende Gitarren und Marc Grewes unverkennbaren Gesang. Gerade seine Stimme macht für mich einen großen Teil des Leper-Colony-Sounds aus. Das ist kein glattgebügeltes Death-Metal-Gebrüll, sondern klingt dreckig, aggressiv und charismatisch.

Mit „These Blades“ geht es dann weiter. Der Song gefällt mir besonders durch seine Mischung aus Geschwindigkeit und groovenden Passagen. Ein Stück, bei dem man eigentlich automatisch mit dem Kopf mitwippen muss.

„Dead Soul Consortium“ zeigt anschließend die etwas düsterere Seite der Band. Die Gitarren wirken schwerer und die Nummer bekommt dadurch einen schön morbiden Charakter. Trotzdem bleibt das Stück jederzeit im klassischen Death Metal verwurzelt.

Bei „Thrown to the Pigs“ musste ich am Anfang tatsächlich kurz an Amon Amarth denken. Nicht über den gesamten Song, aber gerade der Einstieg besitzt für mich diese typische melodische Note, bevor Leper Colony ihren eigenen Death-Metal-Weg einschlagen. Ein interessanter Moment auf dem Album.

Der Titeltrack „Back to Primal Sludge“ macht dann genau das, was der Name verspricht: zurück zu den Wurzeln. Hier gibt es schwere Riffs, ordentlich Groove und eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen dreckigem Old-School-Death Metal und schwedischem Elchtod liegt.

Mit „Flesh Grater“ wird wieder etwas mehr aufs Gaspedal getreten. Die Gitarren sägen, die Drums drücken nach vorne und Marc Grewe darf seine Stimmbänder ordentlich strapazieren. Für mich einer dieser Songs, die besonders gut funktionieren, wenn man die Lautstärke etwas höher dreht.

„Seelenjäger“ fällt schon durch den deutschen Titel auf und bringt eine etwas andere Note ins Album. Musikalisch bleibt die Band aber ihrer Linie treu. Schwere Riffs treffen auf Grewes markante Stimme und sorgen für einen schönen Kontrast innerhalb der Platte.

Danach folgen „Harness the Undead“ und „Beneath the Fat and Gristle“, die das Album ordentlich zu Ende bringen. Gerade der letzte Song fühlt sich noch einmal wie ein klassischer Death-Metal-Abschluss an: brutal, dreckig und ohne unnötige Experimente.

Was mir an Back to Primal Sludge besonders gefällt, ist die Konsequenz, mit der Leper Colony ihren Stil durchziehen. Die Band versucht nicht, plötzlich modern oder progressiv zu werden. Wer Bolt Thrower mag, dürfte mit dem Album ebenfalls etwas anfangen können. Gerade die schweren, marschierenden Passagen und das druckvolle Riffing erinnern mich immer wieder an diese britische Death-Metal-Schule. Gleichzeitig sind Leper Colony aber deutlich stärker im Florida-/Stockholm-Sound verwurzelt.

Fazit: Back to Primal Sludge ist für mich genau das, was ich von einem Album wie diesem erwartet habe: ehrlicher, dreckiger und kompromissloser Old-School Death Metal. Rogga Johansson liefert die sägenden Riffs, Marc Grewe setzt mit seiner unverkennbaren Stimme den passenden Stempel darauf und gemeinsam zeigen die beiden, dass ihre gemeinsame Liebe zum alten Death Metal noch lange nicht erloschen ist. Für mich ist Back to Primal Sludge ein Album für alle, die beim Death Metal nicht unbedingt nach der neuesten technischen Errungenschaft suchen, sondern einfach fette Riffs, brutale Vocals und ordentlich Druck wollen.

Frank

 

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