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Revel In Flesh – Flesh for the Kult of Death

Revel In Flesh – Flesh for the Kult of Death
War Anthem Records | Release: 18.09.2026

Sieben Jahre sind eine verdammt lange Zeit. So lange ist es her, dass Revel In Flesh mit „The Hour of the Avenger“ ihr bislang letztes vollständiges Album veröffentlicht haben. Seitdem hat sich bei der Band einiges verändert. Sänger und Bandkopf Ralf Haubersson hat eine neue Mannschaft um sich geschart. Mit Jonny Pettersson an Gitarre und Bass, Simon Abele an der zweiten Gitarre und Erik Barthold am Schlagzeug steht nun ein komplett neues Line-up hinter ihm. „Flesh for the Kult of Death“ ist damit nicht nur das erste Album seit sieben Jahren, sondern gleichzeitig so etwas wie ein Neustart für den Deathkult.

Meine Verbindung zu Revel In Flesh reicht allerdings schon ein gutes Stück zurück. „Death Kult Legions“ war mein Einstieg bei der Band und ist für mich bis heute ihr stärkstes Album. Ich habe die Scheibe damals rauf und runter gehört und lege sie auch heute noch gerne auf. Entsprechend gespannt war ich auf das neue Material. Zumal Revel In Flesh für mich auch live immer eine sichere Bank waren und der klassische HM-2-Sound sowieso genau meinen Nerv trifft.

Musikalisch gehen Revel In Flesh dabei keinen großen Umweg. Der HM-2-Sound sägt gewohnt schön aus den Boxen, Haubersson klingt genau so, wie man es von ihm erwartet, und auch bei den Riffs gibt es keinen Grund zur Klage. Das Album setzt dabei stärker auf Midtempo und rollende Grooves als auf permanentes Geballer. „Bodybag Inferno“ ist beispielsweise ein schön walzender Headbanger, während auch der Titeltrack einen gelungenen Einstieg liefert. Ein starkes Solo und die Melodie gegen Ende machen direkt Lust auf mehr.

Danach verliert „Flesh for the Kult of Death“ für meinen Geschmack allerdings etwas an Fahrt. „The Graverobber“ hat erneut ein interessantes Solo, bleibt ansonsten aber eher ein typischer Revel-In-Flesh-Song. Das meine ich keineswegs negativ, denn genau dafür mag ich die Band. Trotzdem fehlt mir hier ein wenig der besondere Moment. „Pool of Blood“ gehört für mich sogar zu den schwächeren Nummern, und auch „Hellhole“ will trotz mehrerer Durchläufe noch nicht so richtig zünden. „Tombstalker“ bringt immer wieder starke Headbanger-Momente mit, bleibt insgesamt aber ebenfalls etwas hinter meinen Erwartungen zurück.

Im letzten Drittel bekommt die Platte dann wieder deutlich mehr Zug. „Priest of Flesh“ punktet mit coolen Riffs, „The Last Farewell“ ist ein solider Headbanger und „Demon Dawn“ gehört für mich zu den besseren Songs des Albums. Noch eine Ecke stärker finde ich allerdings „Death Kult Maniacs“. Der gute Refrain und der deutliche Mosh-Pit-Vibe schreien geradezu nach einer Live-Version. Spätestens beim Headbanger-Part in der Mitte dürfte es vor der Bühne ordentlich Bewegung geben. Genau solche Momente hätte ich mir auf dem Album insgesamt noch etwas häufiger gewünscht.

Abgerundet wird die Platte durch eine Coverversion von Crowbars „All I Had (I Gave)“. Die fügt sich erstaunlich gut ins Gesamtbild ein und bringt noch einmal ordentlich Groove mit. Überhaupt merkt man „Flesh for the Kult of Death“ an, dass hier Musiker am Werk sind, die genau wissen, welchen Death Metal sie spielen wollen. Nicht umsonst wurde die Band nach einem Entombed-Song benannt und hat ihre Liebe zum klassischen schwedischen Death Metal nie versteckt.

Ich mag Revel In Flesh. Sehr sogar. Und „Flesh for the Kult of Death“ ist definitiv kein schlechtes Album. Die Zutaten stimmen: starke Riffs, der geliebte HM-2-Sound, Hauberssons markanter Gesang und immer wieder Songs, die live vermutlich noch einmal deutlich stärker funktionieren werden. Trotzdem fehlt mir noch das gewisse Etwas. Nach mehreren Durchläufen bleiben für mich zu wenige absolute Highlights hängen. Vielleicht braucht das Album einfach noch etwas Zeit. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass „Death Kult Legions“ bei mir die Messlatte ziemlich hoch gelegt hat. Im Moment bleibt deshalb ein gutes, aber nicht überragendes Revel-In-Flesh-Album. Umso mehr freue ich mich darauf, die neu aufgestellte Band hoffentlich bald live zu sehen und zu hören, wie die neuen Songs vor Publikum funktionieren. Gerade „Death Kult Maniacs“ dürfte dabei ein Kandidat sein, auf den ich besonders gespannt bin.

Mario W.

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Metal ist für mich mehr als nur Musik. Es sind Alben, die im Kopf bleiben, Konzerte, die man nicht so schnell vergisst, und Festivals, deren Eindrücke einen noch lange begleiten. Mehr Metal, Reviews und Live-Eindrücke von mir findest du auf Instagram: @marios_moshnotes

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