
Profane Burial – Desolate Echoes of Turmalin VÖ 24.07.2026 über TheseHandsMelt
Manchmal bekommt man ein Album zum Review auf den Tisch, von dessen Band man vorher tatsächlich noch nie etwas gehört hat. Genau das ist mir mit Profane Burial passiert. Ich muss ehrlich sagen, ich bin ziemlich froh, dass ich diese Scheibe zum Review bekommen habe. Denn „Desolate Echoes of Turmalin“ hat mich deutlich mehr gepackt, als ich zunächst erwartet hätte. Profane Burial stammen aus Norwegen, genauer gesagt aus Kråkstad. Die Band wurde 2013 gegründet und besteht aus drei Musikern. Musikalisch haben sich die Norweger dem symphonischen Black Metal verschrieben. Allerdings sollte man jetzt nicht automatisch erwarten, dass hier das nächste typische, eiskalte Black-Metal-Album aus dem hohen Norden auf dem Plattenteller liegt.

Bis zum ersten Album mussten sich Profane Burial allerdings etwas gedulden. Erst 2018 erschien mit „The Rosewater Park Legend“ das Debüt. Sechs Jahre später folgte „My Plateau“, bevor am 24. Juli 2026 mit „Desolate Echoes of Turmalin“ das mittlerweile dritte Album über TheseHandsMelt veröffentlicht wurde.
Desolate Echoes of Turmalin ist definitiv kein klassisches Black-Metal-Brett, bei dem 43 Minuten lang die gleiche finstere Atmosphäre aus den Boxen geprügelt wird. Im Gegenteil: Das Album lebt gerade von seinen Gegensätzen. Mal geht es richtig schnell und die Band entfesselt ihre ganze Energie, nur um kurze Zeit später wieder deutlich ruhiger und atmosphärischer zu werden. Dann baut sich die Spannung erneut auf und irgendwann bricht der Song wieder aus. Genau diese Wechsel machen für mich einen großen Teil des Reizes aus. Die sechs Songs sind dabei alles andere als kurz. Trotzdem hatte ich beim Hören nie das Gefühl, dass sich die Stücke unnötig in die Länge ziehen. Im Gegenteil: Man taucht in die Musik ein und plötzlich sind die 43 Minuten vorbei. Auch instrumental gibt es einiges zu entdecken. Immer wieder werden Gitarrensoli eingebaut, die den Songs zusätzliche Farbe geben. Besonders interessant fand ich die vereinzelten Orgelpassagen. Ähnlich wie bei „Channeling Epiphany“ sorgen sie für einen besonderen Kontrast und geben der Musik eine leicht ungewöhnliche, fast schon mystische Note.
Jetzt kommt allerdings mein persönliches Problem mit diesem Album, ich kann Euch keinen einzelnen Song nennen, der für mich deutlich über den anderen steht, das meine ich tatsächlich positiv. Normalerweise hat man bei einem Album schnell seinen persönlichen Favoriten gefunden. Die sechs Songs sind für mich derart gleichmäßig stark, dass ich keinen einzelnen Track herauspicken könnte. Das Album funktioniert deshalb für mich am besten als Gesamterlebnis.
Dabei empfinde ich „Desolate Echoes of Turmalin“ auch nicht unbedingt als klassisches Konzeptalbum. Zumindest habe ich beim Hören nicht das Gefühl bekommen, dass die sechs Stücke zwingend eine zusammenhängende Geschichte erzählen. Trotzdem wirkt die Platte als Ganzes unglaublich stimmig. Vielleicht ist genau das die größte Stärke des Albums, es gibt keine großen Ausreißer nach oben oder unten. Die Songs funktionieren einzeln, aber noch besser als Gesamtwerk.
Fazit: Ich muss zugeben, vor diesem Review kannte ich Profane Burial überhaupt nicht. Jetzt bin ich ziemlich froh, dass sich das geändert hat. „Desolate Echoes of Turmalin“ ist kein typisches Black-Metal-Album und gerade deshalb interessant. Die Norweger verbinden symphonischen Black Metal mit schnellen Ausbrüchen, ruhigen und atmosphärischen Passagen, Gitarrensoli und ungewöhnlichen Momenten wie den Orgelklängen. Das Ganze wirkt nicht überladen, sondern erstaunlich ausgewogen. Wer ausschließlich eiskalten, kompromisslosen Black Metal erwartet, könnte hier vielleicht etwas anderes bekommen als erwartet. Wer sich dagegen auf abwechslungsreichen und atmosphärischen Black Metal einlassen kann, sollte Profane Burial definitiv eine Chance geben.
Frank










