
Finsterforst – Still – VÖ 31.07.2026 über AOP Records
Wenn man über deutschen Pagan- und Folk Metal spricht, führt kaum ein Weg an Finsterforst vorbei. Die Band aus dem Schwarzwald wurde 2004 gegründet und veröffentlichte bereits 2006 ihre erste EP Wiege der Finsternis. Ein Jahr später folgte mit Weltenkraft das Debütalbum und der Grundstein für eine Karriere, die mittlerweile sechs Studioalben und drei EPs umfasst.
Meine persönliche Geschichte mit Finsterforst begann allerdings etwas holprig. Mein erster Berührungspunkt war die EP #Yolo aus dem Jahr 2016 und ganz ehrlich: Ich konnte damals überhaupt nichts damit anfangen. Erst die späteren Veröffentlichungen Zerfall und Jenseits haben mir gezeigt, wofür Finsterforst wirklich stehen. Seit dieser Zeit veröffentlicht die Band ihre Musik über AOP Records und hat ihren ganz eigenen Stil konsequent weiterentwickelt.

Am 31. Juli 2026 erscheint nun mit Still das neueste Werk der Schwarzwälder und eines ist sofort klar: Dieses Album macht es seinen Hörern nicht leicht.
Still ist kein Album, das man einmal nebenbei laufen lässt und sofort versteht. Die sieben Eigenkompositionen verlangen Aufmerksamkeit und Zeit. Jeder Song steht für sich selbst, denn ein klassisches Konzeptalbum ist Still nicht. Trotzdem verbindet alle Stücke eine dichte Atmosphäre, die sich erst nach mehreren Durchläufen vollständig entfaltet.
Was sofort auffällt, ist der hohe Anteil an Klargesang. Wer ausschließlich die harsche Seite von Finsterforst erwartet, dürfte zunächst überrascht sein. Doch gerade diese Gesangslinien verleihen dem Album eine besondere Tiefe und Emotionalität. Die Band setzt bewusst auf Dynamik und lässt ruhige, fast nachdenkliche Momente immer wieder mit kraftvollen und epischen Passagen verschmelzen.
Typisch Finsterforst sind auch diesmal die ausladenden Songstrukturen. Kurze Stücke sucht man vergeblich, stattdessen nimmt sich die Band die Zeit, ihre Ideen vollständig auszuspielen. Genau das macht den Reiz von Still aus. Die Musik entwickelt sich stetig weiter und belohnt jeden, der sich auf diese Reise einlässt.
Den Abschluss bilden zwei außergewöhnliche Coverversionen. Mit „Beyond the North Waves“ verneigen sich Finsterforst vor den norwegischen Black-Metal-Legenden Immortal und verleihen dem Klassiker ihre ganz eigene Handschrift. Noch überraschender fällt die Interpretation von Pink Floyds „Another Brick in the Wall Pt. 2“ aus. Solche Cover bergen immer ein gewisses Risiko, doch Finsterforst gelingt es, beide Songs so umzusetzen, dass sie sich organisch in das Album einfügen und dennoch ihren eigenen Charakter behalten.

Fazit: Still ist kein Album für den schnellen Konsum. Es fordert den Hörer heraus, wächst aber mit jedem weiteren Durchlauf. Wer bereit ist, sich auf die vielschichtigen Kompositionen, den hohen Anteil an Klargesang und die epische Atmosphäre einzulassen, wird mit einem starken und emotionalen Album belohnt.
Frank








