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Xepereon EP The chaos prophecies

Manchmal tauchen Bands scheinbar aus dem Nichts auf und liefern direkt eine Veröffentlichung ab, die aufhorchen lässt. Genau das ist Xepereon aus Schleswig-Holstein gelungen. Die Band gründete sich 2024 und veröffentlichte noch im selben Jahr ihre Debüt-EP „The Chaos Prophecies“ digital. Obwohl die EP offiziell nur fünf Songs umfasst, bringt sie es auf über 29 Minuten Spielzeit, für mich hat das fast schon Albumcharakter.

Hinter Xepereon stehen Roman an Schlagzeug und Gesang, Ommel an Gitarre und Gesang sowie Leon an Bass und Gitarre. Besonders interessant ist der Wechselgesang zwischen Roman und Ommel. Während Roman überwiegend die harschen Black-Metal-Vocals übernimmt, ergänzt Ommel diese mit seiner eigenen Stimme und sorgt so für Abwechslung.

Musikalisch bewegt sich das Trio zwischen Black und Death Metal, würzt das Ganze aber gekonnt mit Speed- und Thrash-Metal-Einflüssen. Das Ergebnis klingt eigenständig, aggressiv und gleichzeitig überraschend abwechslungsreich. Übrigens wird der Bandname “Xepereon” als „Kheferion“ ausgesprochen und leitet sich aus dem Altägyptischen ab. Er steht für das Prinzip der bewussten Selbsterschaffung, den eigenen Weg zu gehen und sich stetig weiterzuentwickeln. Ein passender Name für eine Band, die bereits mit ihrer ersten Veröffentlichung zeigt, wohin die Reise gehen könnte.

Schon der Opener „No Light – No Faith“ macht keine Gefangenen. Romans Schlagzeug feuert ein wahres Drum-Gewitter ab, während Ommel und Leon sofort mit kraftvollen Riffs einsteigen. Die aggressiven Vocals treffen auf melodische Gitarrenpassagen, wodurch der Song deutlich mehr Tiefe bekommt, als man zunächst erwartet. Besonders der Wechsel zwischen den beiden Sängern funktioniert hervorragend. Gerade wenn man bedenkt, wie anspruchsvoll es ist, gleichzeitig derart intensive Drums zu spielen und dabei noch überzeugend zu singen. Das Gitarrensolo zum Ende setzt dem Song schließlich die Krone auf. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber ich höre hier und da sogar leichte Einflüsse eines schwedischen Gitarristen heraus, ich kann es mir aber auch nur einbilden.

„Forever We Burn“ wirkt zunächst etwas kompakter, entwickelt sich aber im weiteren Verlauf zu einem echten Death-Metal-Song. Gegen Ende zieht die Band das Tempo noch einmal ordentlich an und bewegt sich deutlich in Richtung Death- und Speed Metal, bevor der Song kontrolliert wieder etwas herunterfährt.

Mit „Endless Void“ liefern Xepereon für mich den abwechslungsreichsten Song der EP ab. Er startet kompromisslos aggressiv, als würde die Band sämtliche aufgestaute Wut herauslassen. Im längeren Instrumentalteil zeigt das Trio eindrucksvoll sein spielerisches Können. Gerade diese Momente machen für mich einen großen Reiz der EP aus.

„Human Parasite“ ist zwar das kürzeste Stück der Veröffentlichung, steht den längeren Songs qualitativ aber in nichts nach. Der instrumentale Teil fällt etwas kompakter aus. Viele würden wahrscheinlich sagen: alles auf den Punkt gebracht. Ich persönlich als Gitarren-Fan genieße allerdings die längeren Kompositionen mit ihren ausgedehnten Instrumentalpassagen.

Den Abschluss bildet „Will to Power“, das direkt mit treibender Double Bass loslegt. Der Song greift viele der Stärken der vorherigen Stücke auf: hohe Geschwindigkeit, aggressive Atmosphäre und dennoch genügend Raum für die Instrumente, um ihre Wirkung zu entfalten. Ein würdiger Abschluss einer starken Debüt-EP.

Aktuell sucht Xepereon noch nach einem Label, um „The Chaos Prophecies“ auch auf CD und Vinyl zu veröffentlichen. Gleichzeitig arbeitet die Band bereits an neuem Material, ein Debütalbum scheint also nur eine Frage der Zeit zu sein.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, hat dazu bereits Gelegenheit: Am 6. November spielen Xepereon gemeinsam mit den Griechen von Decipher im Bambi Galore in Hamburg. Am 11. Dezember folgt ein Auftritt in der Zollkantine Bremen zusammen mit Aeon of Disease und Abrogation.

Fazit

Für eine erste Veröffentlichung ist The Chaos Prophecies beeindruckend stark. Die Produktion klingt druckvoll, das Songwriting ist abwechslungsreich und technisch auf einem hohen Niveau. Xepereon schaffen den Spagat zwischen kompromissloser Härte und durchdachten Arrangements, ohne dabei ihre Energie zu verlieren. Genau diese Mischung macht die EP für mich so spannend.

Ich hoffe wirklich, dass die Band schnell ein passendes Label findet und wir nicht allzu lange auf das erste vollständige Album warten müssen. Noch mehr wünsche ich mir allerdings, Xepereon 2027 endlich einmal live in der Region Wolfsburg, Braunschweig oder Hannover erleben zu können. Diese Band hat definitiv das Potenzial, sich in der deutschen Black-/Death-Metal-Szene einen festen Namen zu erspielen.

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