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Blutfest 2026 – Death Metal mit 4 Bands … Abriss im Café Glocksee

Freitagabend, Hannover und endlich wieder ein Konzert, bei dem der Name Programm ist „Blutfest 2026“ im Café Glocksee. Vier Bands stehen auf dem Programm: Abrogation, Wasteland Clan, Spearhead – A Tribute to Bolt Thrower und Blutgott. Einlass ist um 18 Uhr, Beginn laut Ankündigung um 18:30 Uhr. Leider regnet es draußen ziemlich heftig. Ich bin pünktlich da und die erste Band lässt auch nicht lange auf sich warten.

Den Anfang machen Abrogation aus Magdeburg. Noch ist die Halle eher übersichtlich gefüllt. Das hat allerdings auch einen Vorteil: Am Tresen kommt man schnell an sein Getränk und muss noch nicht um jeden Zentimeter Platz kämpfen. Abrogation gehören zu den älteren Bands des Abends. Die Magdeburger wurden bereits 1995 gegründet und haben sich dem deutschen Melodic Death Metal verschrieben, wobei immer wieder Thrash- und Heavy-Metal-Einflüsse in den Sound einfließen. Die Band eröffnet ihr Set mit „Puppenspieler“ vom aktuellen Album „Widerschein“ aus 2026. Abrogation machen Death Metal mit deutschen Texten und haben rund 30 Minuten Zeit, das Publikum auf den Abend einzustimmen. Noch ist die Stimmung eher verhalten, aber dafür ist es ja auch erst die erste Band, früh am Abend und Regen.

Nach einer guten halben Stunde Umbau geht es mit Wasteland Clan weiter. Die Band kommt aus Himmelkron in Bayern und bringt einen deutlich moderneren Sound mit nach Hannover. Wasteland Clan verbinden Metal mit verschiedenen modernen Einflüssen und haben mit Sängerin Jessabell eine Frontfrau, die schnell den Kontakt zum Publikum findet. Und genau das merkt man heute Abend. Die Halle ist inzwischen deutlich voller. Draußen hat der Regen aufgehört und drinnen steigt die Stimmung. Jess schafft es ziemlich schnell, die Zuschauer auf ihre Seite zu ziehen. Wasteland Clan beziehen das Publikum immer wieder in die Show ein und sorgen damit für eine deutlich andere Atmosphäre als noch bei der ersten Band. Besonders schön ist, das die Band nimmt sich selbst nicht zu ernst. Beim vorletzten Song geht es um ein Trinklied und die imaginäre beziehungsweise musikalische Reise in eine Bar. Beim letzten Song heißt es dann „United in Metal“, genau das ist eigentlich die perfekte Ansage für diesen Abend.

Unterschiedliche Bands, unterschiedliche Stilrichtungen, aber alle wegen derselben Sache hier: Metal. Jetzt wird es für mich richtig interessant. Spearhead – A Tribute to Bolt Thrower aus Hannover stehen auf der Bühne. Wer mich kennt, weiß: Bolt Thrower gehen immer! Spearhead haben sich ganz der britischen Death-Metal-Legende verschrieben und bringen die Klassiker von Bolt Thrower nach Hannover. Die Halle ist inzwischen voll. Und die Stimmung? Bombastisch!!
Schon nach kurzer Zeit entstehen die ersten Circle Pits. Hier merkt man sofort, dass viele der Anwesenden genau wegen dieser Band gekommen sind. 50 Minuten Bolt-Thrower-Abriss. Die Setlist lässt kaum Wünsche offen: Mercenary, The IVth Crusade, Cenotaph, Killchain, Anti-Tank, War Master, Inside the Wire, When Glory Beckons, No Guts, No Glory unnd zum Abschluss natürlich noch When Cannons Fade. Spätestens jetzt ist das Café Glocksee endgültig zum Schlachtfeld geworden. Circle Pits, Bewegung und eine Menge Leute, die offensichtlich sehr genau wissen, warum Bolt Thrower auch Jahrzehnte nach ihrer aktiven Zeit noch so eine Wirkung haben. Spearhead machen ihre Sache richtig gut. 50 Minuten lang gibt es keine Experimente. Einfach Bolt Thrower und genau das wollen die Leute.

Jetzt kommt der Headliner … Blutgott aus Stuttgart. Hinter Blutgott steht Thomas Gurrath, der vor allem als Kopf von Debauchery bekannt ist. Blutgott ist dabei mehr als nur ein weiteres Projekt: Es ist die Vereinigung seiner drei musikalischen Welten Debauchery, Blood God und Balgeroth. Damit bekommt man an diesem Abend gleich mehrere Seiten von Thomas Gurrath präsentiert. Eröffnet wird die Show mit  „Beasts of Balgeroth“ vom Enemy of mankind Album, es folgt „Slaughter the devil“ und dann „Fire and steel“ vom Release Dracul Drakorgoth. Dann macht Thomas erstmal eine kleine Ansage. In der letztens Zeit tritt Blutgott inzwischen mit fünf Musikern auf. Thomas konzentriert sich dabei hauptsächlich auf den Gesang. Vor 2-3 Jahren war Deabuchery noch eine 3 Mann Band, dann kam ein zweiter Gitarrist dazu und aktuell mit zwei Gitarristen und Thomas am Gesang. Heute gibt es allerdings eine kurzfristige Herausforderung: Der Bassist ist krank. Damit muss der zweite Gitarrist innerhalb kürzester Zeit vom Instrument wechseln und sich die Bassparts aneignen. Hut ab! Das merkt man der Show aber kaum an.

Es folgt „Death of the Bloodking“ vom 30.10.2026 Release Die Schlacht um Knochenheim I bzw. Death of the Bloodking. Blutgott legt los und die Halle ist endgültig auf Betriebstemperatur. Das Publikum nimmt den neuen Song mit einem Mosh-Pit an. Auch die anderen Musiker lassen sich den Abend nicht entgehen. Die Sängerin von Wasteland Clan mischt sich ordentlich in den Moshpit. Der Sänger von Spearhead ist ebenfalls vorne im Publikum zu sehen und scheint mindestens genauso viel Spaß zu haben wie die Leute vor der Bühne. Es folgen „King of the killing Zone“ vom Fuck humanity Release gefolgt von „Blood for Balgeroth“ vom Dracul Drakorgoth Release.

Jetzt setzen sich die Musiker ihre Masken auf und es folgen Balgeroth (in deutsch gesungen) Stück. Blutgott vom Monster Metal, dann einer der besten Song für mich „Der Schrecken des Waldes“ vom ersten Album Menschhass, Das Publikum bekommt auch zwei neues Songs vom Album Schlacht um Knochenheim I mit „Das Erbe des Balgeroth“ und „Sturm der Blutdrachen“. Jetzt folgen einige Klassiker „Blood for the Blood God“ vom Rage of the Bloodbeast, gefolgt von „Let there be Blood“ (King of Carnage). Während  „Warmaschine at war“ (Germany’s next death metal) sich den Höhepunkt erreicht, ist Thomas nicht mehr auf der Bühne, der instrumentale Part läuft weiter und beim Gitarrensolo steht Thomas plötzlich beim Mischpult auf einem Tisch und gibt dort an der Gitarre alles. Das ist keine perfekt durchgeplante Arena-Show. Das ist eine Metal-Show und genau deshalb funktioniert es.

Wieder zurück auf die Bühne und herrschen für ein paar Sekunden tatsächlich einmal Ruhe. Das Publikum nutzt die Gelegenheit allerdings nicht zum Durchatmen. Stattdessen kommt sofort der Ruf: „Kings of Carnage!“ Thomas hört den Wunsch der Fans und erfüllt ihn. So muss das sein. Die Kommunikation zwischen Band und Publikum funktioniert hervorragend. Danach kommt noch „Blood God Rising“ (Continue to kill) und „Demonslayer“ (Kings of carnage). Nach insgesamt rund 80 Minuten ist dann leider Schluss. Wobei wir ehrlich sein müssen: Wir sind auch fertig.

Fazit: Was für ein Abend! Vier Bands, mehrere Circle Pits, Moshpit und jede Menge Metal. Blutgott hat einen guten Mix aus 20 Jahren Schaffensphase gespielt.
Am Ende bleibt vor allem eines: Ein verdammt guter Metal-Abend im Café Glocksee. Vielen Dank an alle vier Bands für den tollen Abend!

Und natürlich ein großes Dankeschön an das Café Glocksee bzw. Marc für die Akkreditierung.

Text: Frank
Fotos: Sven Richter

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