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Warpath und Inquiring Blood in der SubKultur Hannover 21.08.2026

Warpath und Inquiring Blood in der SubKultur Hannover 21.08.2026

Schon vor dem Einlass ist die Stimmung gut. Vor der SubKultur stehen viele bekannte Gesichter, man trinkt ein Bier und unterhält sich. Der Abend könnte kaum entspannter beginnen. Die SubKultur wird Ende des Jahres schließen. Für Hannovers Metalszene ist das ein herber Verlust. Trotzdem fühlt sich dieser Freitagabend überhaupt nicht nach Abschied an. Im Gegenteil. Die Leute feiern, unterhalten sich und genießen die Zeit miteinander.

Der geplante Start verzögert sich dann allerdings um rund 45 Minuten. Wirklich gestört hat das aber niemanden. Dafür ist die Stimmung viel zu gut. Es wird sich unterhalten, Bier getrunken und gewartet.

Den Anfang machen Inquiring Blood. Der Bühnenaufbau ist gewohnt schlicht. Band, Logo per Beamer und ansonsten wenig Ablenkung. Der Sound ist von Beginn an druckvoll und hat ordentlich Wucht. Genau wie es für den Groove Death Metal der Hannoveraner ideal ist.

Die Ansagen zwischen den Songs sind gewohnt lustig. Im Kopf geblieben ist mir: „Der nächste Song ist einfach so ein Death-Metal-Song. Paar aufs Maul? Paar aufs Maul.“ Zwischendurch gibt’s immer wieder das typische Wechselspiel aus Hannover-Rufen zwischen Band und Publikum.

 

Mit Horse Killer und Hell Commander werden auch wieder zwei meiner Lieblingssongs gespielt. Gerade Hell Commander hat einen richtig geilen Groove. Auch das abschließende Cover kommt nicht nur bei mir gut an.

Inquiring Blood sind in der Hannoveraner Metalszene lange bekannt, und das merkt man auch im Saal. Die Reaktionen sind durchweg gut. Es wird gemosht, gefeiert und zwischendurch immer wieder lautstark mit der Band kommuniziert.

Mit Unbroken Soul starten Warpath in ihr Set. Die Hamburger machen bereits seit den frühen 90ern Thrash Metal und haben nach einer längeren Pause inzwischen auch schon wieder einige Jahre seit ihrer Rückkehr auf dem Buckel. Die Musik ist dabei nicht nur auf Hochgeschwindigkeit ausgelegt. Viel Groove und schwere Riffs gehören genauso dazu. Am Mischpult wurde an diesem Abend ebenfalls hervorragende Arbeit geleistet. Die Instrumente kommen klar und mit ordentlich Druck aus den Boxen.

Musikalisch bleiben bei mir unter anderem Paranoia und Parasite hängen. Und natürlich gibt es auch die eine oder andere Ansage, die den Abend noch persönlicher macht.

Vor Filthy Bastard Culture erzählt Sänger Digger von einem Spaziergang durch Lübeck. Dort sei ihm eine Kneipe aufgefallen, in der Typen saßen, die vermutlich schon seit 14 Stunden dort waren. Da dachte er sich: Mach ich halt einen Song draus.

Ein Moment bleibt mir dabei besonders im Kopf. Während eines Songs steht plötzlich der Bassist direkt hinter mir im Publikum. Ich habe überhaupt nicht mitbekommen, dass er die Bühne verlassen hat.

Was Warpath an diesem Abend besonders macht, ist für mich die Verbindung zur SubKultur. Das wirkt alles sehr herzlich und vertraut.

Und damit sind wir auch bei dem Thema, das an diesem Abend zwar immer irgendwo im Hintergrund steht, aber eigentlich kaum angesprochen werden muss: Die SubKultur wird Ende des Jahres schließen.

Während des Konzerts ist davon wenig zu spüren. Der Laden wirkt wie immer. Gute Laune, bekannte Gesichter, Bier am Tresen und eine familiäre Atmosphäre. Nur in Gesprächen vor oder nebenbei kommt das Thema immer wieder auf.

Ich spreche selbst kurz am Eingang darüber. Danach ist es für mich eigentlich kein Thema mehr. Ich will den Abend genießen.

Trotzdem fällt mir an diesem Abend wieder auf, was diesen Club für mich ausmacht. Die SubKultur ist voll mit irgendwelchen Dingen. Bei jedem Besuch entdeckt man gefühlt etwas Neues. Diesmal fällt mir zum ersten Mal das „Fleischerei Haarmann“-Banner ganz oben über dem Tresen auf.

Die Bühne hat für einen kleinen Club eine perfekte Höhe. Das Team an Tür und Tresen ist immer freundlich. Man kommt rein und fühlt sich wohl.

Für mich war und ist die SubKultur deshalb einer der wichtigsten Konzertorte in Hannover. Nicht nur wegen der Bands. Vor allem wegen der Atmosphäre. Man kann an der Tür noch ein paar Worte wechseln, sich am Tresen ein Bier holen und trifft eigentlich immer irgendjemanden, den man kennt.

Als ich nach dem Konzert nach Hause fahre, bleibt deshalb vor allem ein Gedanke hängen:

 

Das war geil. Schade, dass der Club schließen muss.

Der Abend mit Inquiring Blood und Warpath war kein großes Abschiedskonzert. Und vielleicht ist genau das gut so. Es war einfach ein ganz normaler, richtig guter Konzertabend in der SubKultur.

Nur weiß man inzwischen, dass diese Abende hier bald nicht mehr möglich sein werden.

Ich hoffe sehr, dass irgendwo in Hannover eine oder auch mehrere neue Locations entstehen, die ein bisschen von dem auffangen, was die SubKultur ausgemacht hat. Einfach einen Ort, an dem man gerne ist, gute Bands sehen kann und sich nach ein paar Besuchen schon ein bisschen zu Hause fühlt.

Text: Mario W.

Fotos: Sven R.

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About The Author

Metal ist für mich mehr als nur Musik. Es sind Alben, die im Kopf bleiben, Konzerte, die man nicht so schnell vergisst, und Festivals, deren Eindrücke einen noch lange begleiten. Mehr Metal, Reviews und Live-Eindrücke von mir findest du auf Instagram: @marios_moshnotes

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