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Omnium Gatherum // Fallujah // In Mourning – Musikzentrum Hannover

Metal am Mittwoch heißt es heute am 25.02.2026 im Musikzentrum, denn wir dürfen einen starken Headliner aus dem derzeit kalten Finnland erwarten. Omnium Gatherum, bekannt als Melodic-Death Metal-Urgestein, treibt selbst unter der Woche eine erstaunliche Menge an Fans in die Halle.

In Mourning

Zu Anfang präsentieren sich In Mourning in klassischer Melo-Death Manier. Ausgefeilte, gefühlvolle Klänge erfüllen den Raum. Sänger Tobias Netzell wechselt gekonnt zwischen stabilen Screams und klaren Gesangspassagen. Darunter breitet sich ein Klangteppich aus Soli mit bombastischen Gitarrenposen, rhythmusgeladenen Riffs, Harmonie Gesängen und digitaler Orchestration aus. Obwohl das Publikum zu Beginn noch etwas verhalten ist und hier und da mit dem Kopf nickt, wirkt das was auf der Bühne passiert lebhaft und intensiv. Hoch zu loben ist auch der Abschluss des Sets: Im Lichtschein badend beginnt der Drummer einen langsamen Beat zu spielen, nachdem eine Wand aus Gitarren massiv anrollt, um in einer epischen Mischung aus Strobolicht, Breakdowns, Delay-geladenen Soli und einem mit tanzenden Publikum zu enden. Selbst der FOH kann nicht mehr stillhalten und headbangt mit.In Morning

Aus der Reihe tanzen die US-Amerikaner Fallujah mit Progressive-Death Metal. Wer die Band kennt, weiß um die technischen Fähigkeiten der Mitglieder und ist nicht überrascht von der Geschwindigkeit der Lead Gitarren und des phänomenalen Schlagzeugers. Mit „Sapphire“ und „The Void Alone“ spielt die Band ihre Klassiker und erweitert das Set um Songs vom aktuellen Album „Xenotaph“.

Fallujah

Frontmann Kyle Schaefer bereichert die Band seit nun fast 4 Jahren mit energetischen Screams und emotionalen Klarpassagen. Und auch heute legt der Frontmann eine erstklassige Performance hin. An hochkarätiger Soundqualität und technischer Finesse wurde definitiv nicht gespart. Insgesamt denkt man sich nach dem Auftritt: Was für ein Brett!

Fallujah

Während der Umbaupause hisst das Team schwarz-weiße Flaggen. Der Bereich vor der Bühne wird nun deutlich voller. Es ist Zeit für den Headliner Omnium Gatherum. Trotz der späten Uhrzeit an einem Mittwoch dreht die Crowd nochmal richtig auf. Die Finnen lassen niemanden mehr müde dastehen: zwischen ausgefallenen Bass- und Gitarrenformen und volltönenden Keyboard-Leads singen die Fans beflügelt armeschwenkend mit. Markus Vanhala, der auch aus Insomnium bekannt ist, setzt ein klares Statement durch flinke Leads auf Zebramuster und Leopardengurt. Wie einen Ping-Pong Ball werfen sich beide Gitarristen gegenseitig ihre Soli zu. Immer wieder gröhlen das Publikum und die Musiker sich begeistert an.
Omnium GatherumAls energiegeladene Besonderheit glänzt Ersatzsänger Henry Hämäläinen, der für diese Tour im letzten Moment für den leider erkrankten Jukka Pelkonen einspringt. Neben einer exzellenten Performance kann Henry bei den Hannoveranern punkten, da er das lokale Herrenhäuser Bier emporhebt und als besonders schmackhaft einstuft. Freudig ertönt es “Kippis!” aus der Menge, das finnische “Prost!”. Und es gibt noch mehr kulturellen Austausch: Die meisten Ansagen schallen auf Deutsch von der Bühne, unter anderem wird die Merchverkäuferin dafür gelobt, nun endlich die finnische Staatsbürgerschaft erhalten zu haben. Auf hohem Spielniveau treibt das Set weiter durch Hymnen wie “Slasher”, “The Unknowing” und “The Darkest City”. Man bemerkt schnell: Die Band hat eindeutig eine treue Fanbase. Und das zu Recht, denn Omnium Gatherum sprühen vor Humor, Authentizität und Ohrwürmern.

Omnium Gatherum

Schall und Laut bedankt sich bei Hannover Concerts für die Akkreditierung und den freundlichem Empfang vor Ort.

Text: Elena Cor Tauri

Fotos: Jan Jacobsen

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