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Ænigmatum – Infinitude’s Passage VÖ 31.07.2026

Infinitude’s Passage ist das dritte Full-Length von Ænigmatum, erschien am 31. Juli 2026 zunächst digital über 20 Buck Spin und umfasst sechs Stücke mit insgesamt 42:32 Minuten. Die Band selbst stammt aus Portland, Oregon und wurde 2017 offiziell gegründet. Hinter der Band stehen Kelly McLaughlin (Gesang, Gitarre, Bassklarinette), Eli Lundgren (Gitarre), Brian Rush (Bass, Backing Vocals) und Pierce Williams (Schlagzeug, Synthesizer, Backing Vocals). Für das neue Album kommt Patrick Corona am Saxofon dazu.

Ænigmatum wird offiziell zwar dem Progressive Black/Death Metal zugeordnet, persönlich höre ich hier aber vor allem richtig guten technischen Death Metal. Viel Gefrickel, viel Abwechslung und jede Menge musikalisches Können. Nach dem selbstbetitelten Debüt von 2019 und Deconsecrate von 2021 ist Infinitude’s Passage nun das dritte vollständige Album. Und die fünf Jahre zwischen den Alben scheinen die Band genutzt zu haben, um noch einmal ordentlich an den musikalischen Schrauben zu drehen. Es gibt jede Menge Gefrickel, verschachtelte Gitarrenläufe, abrupte Rhythmuswechsel und Stellen, an denen man sich fragt, wie zum Teufel die Jungs das gerade spielen. Gleichzeitig bleibt das Ganze erstaunlicherweise musikalisch nachvollziehbar.

„Pitiless Mechanism“
Der Opener legt sofort die Messlatte ziemlich hoch. Blastbeats treffen auf technische Gitarrenarbeit, während sich immer wieder melodische und atmosphärische Momente einschieben. Gerade dieser Wechsel zwischen brutalem Death Metal und fast schon schwebenden Gitarren macht den Einstieg spannend. Was mir besonders auffällt, ist das Zusammenspiel der Gitarren. Die beiden Gitarristen spielen nicht einfach dieselben Riffs doppelt, sondern lassen ihre Instrumente teilweise regelrecht miteinander kommunizieren.

„Inseverable“
Hier wird das technische Element noch einmal stärker in den Vordergrund gerückt. Verschachtelte Riffs, ungewöhnliche Rhythmen und immer wieder kleine Wendungen sorgen dafür, dass der Song kaum vorhersehbar ist. Immer wieder schönes gefrickele zwischendurch. Besonders interessant ist das Schlagzeug. Pierce Williams spielt nicht einfach nur den Takt herunter, sondern ist ein aktiver Teil des gesamten Chaos. Blastbeats, Fills und Doublebass treiben die Gitarren regelrecht vor sich her.

„Architects Of The Fated“
Mit über acht Minuten ist dieser Song einer der Brocken des Albums. Und hier zeigt sich besonders deutlich, dass Ænigmatum nicht einfach nur technischen Death Metal spielen. Der Song beginnt mit einem auffälligen Basspart, bevor sich Gitarren und Drums immer weiter aufbauen. Danach geht es durch verschiedene musikalische Landschaften, mal technisch und hektisch, mal düster und beinahe majestätisch.

„A Tarnished Nexus“
Hier kommt für mich eine besonders interessante Mischung aus technischem Death Metal und klassischen Death-Metal-Einflüssen zum Vorschein. Die Gitarren erinnern stellenweise an die progressivere Seite des alten Death-Umfelds, bevor Ænigmatum wieder in ihr eigenes, deutlich komplexeres Universum abbiegen.

„Nocturne Of Ageless Reverie“
Der fünfte Song ist mit knapp fünf Minuten der kürzeste reguläre Track und wirkt dadurch zunächst etwas direkter. Trotzdem bleibt die Band ihrer Linie treu. Die Gitarren arbeiten sich durch ungewöhnliche Harmonien und technische Passagen, während das Schlagzeug permanent Bewegung in den Song bringt.

„Infinitude’s Passage“
Zum Abschluss gibt es den Titeltrack mit über acht Minuten gleichzeitig der längste Song. Hier fährt die Band noch einmal alles auf. Technische Gitarrenarbeit, düstere Melodien, wechselnde Rhythmen und atmosphärische Passagen. Der Song fühlt sich tatsächlich wie eine musikalische Reise an und bildet damit einen passenden Abschluss. Und dann kommt das Saxofon. Ja, richtig gelesen: Saxofon. Patrick Corona steuert dem Titeltrack einen Gastauftritt bei. Das Instrument taucht gegen Ende auf und sorgt definitiv für einen ungewöhnlichen Moment. Es ist definitiv ungewöhnlich, aber genau solche Momente machen das Album interessant.

Fazit Ænigmatum sind ohne Zweifel hervorragende Musiker. Das hört man in praktisch jeder Minute. Trotzdem wirkt das Album nicht wie eine reine Gitarren- oder Schlagzeug-Demonstration. Infinitude’s Passage ist definitiv kein Album für den schnellen Konsum. Aber genau das macht für mich den Reiz aus. Für mich ist Infinitude’s Passage eine der interessanteren technischen Death-Metal-Veröffentlichungen dieses Jahres. Kein Album, das man einmal hört und dann weglegt sondern eines, das man sich erarbeiten kann.

Frank

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