
Space Chaser – Razorblade Bay
Testimony Records|Release: 11.09.2026
Space Chaser sind zurück und mit „Razorblade Bay“ steht bereits das vierte Studioalbum der Berliner Thrasher in den Startlöchern. Nach dem Ausstieg von Sänger Siggi Rudzynski im Jahr 2023 war für mich vor allem eine Frage spannend: Wie würde sich der Wechsel am Mikrofon auf den Sound der Band auswirken? Gitarrist Leo Schacht hat zusätzlich zu seinen sechs Saiten nun auch den Gesang übernommen.
Die gute Nachricht vorweg: Das funktioniert erstaunlich gut. Schacht versucht gar nicht erst, Siggis markante Stimme zu kopieren, sondern verpasst den Songs seinen eigenen Stempel. Gerade bei „We Bow To None“ gefällt mir das richtig gut. Der Gesang wirkt eigenständig und fügt sich überraschend stimmig in das Gesamtbild ein. Einzig im Mix dürfte er für meinen Geschmack stellenweise etwas weniger dominant sein.

Musikalisch bleiben Space Chaser ihrer Linie treu. Klassischer Thrash mit deutlich deutscher Schlagseite trifft auf eine ordentliche Portion Speed Metal und punkige Energie. Kreator, Sodom und Destruction lassen grüßen, ohne dass Space Chaser dabei wie eine reine Kopie ihrer Vorbilder klingen. Stattdessen bekommt das Ganze durch die Sci-Fi- und Horror-Thematik seinen eigenen Anstrich.
Und vor allem: „Razorblade Bay“ macht verdammt viel Spaß. Die Songs sind aggressiv, schnell und direkt auf den Punkt. Mit gerade einmal knapp 33 Minuten ist das Album zudem angenehm kompakt. Hier gibt es kein unnötiges Füllmaterial, sondern eine konzentrierte Ladung Thrash, die ziemlich schnell zum nächsten Durchlauf einlädt.
„Razorblade Bay“ erfindet den Thrash Metal sicher nicht neu. Das muss es aber auch gar nicht. Space Chaser liefern ein energiegeladenes Album ab, das traditionelle Zutaten mit ihrem eigenen Stil verbindet und gleichzeitig zeigt, dass der personelle Wechsel am Mikrofon kein Grund zur Sorge war. Für mich ein ziemlich gelungenes Comeback.
Mario W.









