
Cover von Steffen Schmolke
Manchmal stolpert man über eine junge Band und denkt sich nach den ersten hören: Die sollte man sich merken! Genau so ging es mir bei HKSPK (Hello Kitti Scum Porn Killer) aus Frankfurt (Oder). Die Band wurde 2023 gegründet und macht seitdem ziemlich kompromisslos ihr eigenes Ding. Kein großes Label, kein Management, einfach Do it yourself.
Hinter HKSPK stehen Jim Kalubba am Gesang und an der Leadgitarre, Leon Sabiers an der Rhythmusgitarre und Arne Ising am Schlagzeug. Musikalisch lässt sich die Band nur schwer in eine Schublade stecken. Black Metal, Death Metal, Speed Metal, dazu immer wieder Punk- und Hardcore-Einflüsse, HKSPK nehmen sich offenbar genau das, worauf sie gerade Bock haben.

Heimkehr startet mit dem „Prelude“ zunächst völlig unscheinbar. Klavier, Regen-Geräusche, dazu kommen ganz langsam Bass, Gitarre und Schlagzeug. Ein kurzer gesprochener Text auf Englisch und dann ist es vorbei mit der Ruhe.
Mit „Torture“ gibt es direkt das erste Brett vor den Kopf. Das Tempo erinnert an Speed Metal, dazu kommt eine ordentliche Portion Hardcore. Der Gesang ist rotzig, frech und aggressiv und passt damit perfekt zu diesem kurzen, gerade einmal knapp zwei Minuten langen Wutausbruch.
„White Secretions II“ schlägt anschließend eine etwas düsterere und tiefere Richtung ein. Schöne Gitarrenarbeit trifft auf harsche Vocals. Das Tempo wird etwas herausgenommen, die Aggressivität bleibt aber erhalten. Gerade hier zeigt sich erstmals, dass die Band mehr kann, als nur Vollgas zu geben.
Mit „Sonnenjäger“ gibt es dann den ersten Song mit deutschem Text. Zunächst beginnt das Stück etwas ruhiger, bevor HKSPK wieder ordentlich Gas geben. Thrash- und Death-Metal-Elemente treffen aufeinander und machen den Song zu einem weiteren gelungenen Wechsel innerhalb des Albums.
„Kill the Weak“ geht wieder stärker in Richtung Punk. Der Song kommt rotzig und direkt daher und macht genau das, was der Titel verspricht: keine Gefangenen.
Mit „Rot in Despair“ beginnt sich das Album langsam zu verändern. Black-Doom-Elemente treffen auf schnelle Gitarrenpassagen. In der Mitte wird das Tempo deutlich reduziert, bevor sich der Song langsam wieder aufbaut und in einen starken Höhepunkt mündet. Ab diesem Punkt wird Heimkehr spürbar ruhiger und atmosphärischer.
„Rain in the Face“ setzt diesen Weg fort und bringt erneut deutsche Textpassagen ins Spiel. Die Songs bekommen jetzt mehr Raum und wirken weniger hektisch als die Stücke am Anfang.
Und dann kommt für mich der Höhepunkt des Albums: „Heimkehr“.
Der Titeltrack beginnt mit einem schön eingesprochenen deutschen Text. Danach setzen die Instrumente langsam und gleichzeitig aggressiv ein. Was zunächst noch zurückhaltend wirkt, entwickelt sich zu einem über sechs Minuten langen Abschluss, der die Entwicklung des gesamten Albums noch einmal zusammenfasst.
Denn genau das macht Heimkehr für mich interessant, am Anfang ist die Platte kurz angebunden, aggressiv und ungeduldig. Die Songs schlagen ein und sind teilweise schon wieder vorbei, bevor man sich überhaupt richtig darauf eingestellt hat. Je weiter das Album voranschreitet, desto länger werden die Stücke und desto mehr Atmosphäre kommt hinzu.
Dabei merkt man auch, dass HKSPK nicht einfach nur möglichst hart klingen wollen. Die Band lässt ihren Songs Raum, entwickelt Ideen weiter und zeigt besonders in der zweiten Hälfte von Heimkehr, dass hinter der Aggression auch jede Menge Atmosphäre steckt.
Mit gerade einmal 25:21 Minuten ist das Album zwar nicht besonders lang, aber für mich funktioniert die Spielzeit hervorragend. Es gibt keine unnötigen Längen und trotzdem genug Abwechslung, damit die Platte nicht wie ein einziger durchgehender Wutausbruch klingt.
Textlich geht es um Schicksal, Tod, Hoffnung und Erlösung. Teilweise auch persönliche Geschichten (Tour) oder auch Erfahrungen und Rückschläge.

Heimkehr erscheint am 11. September in Eigenregie auf den gängigen Streaming-Plattformen. Über Bandcamp gibt es zusätzlich eine auf 50 Exemplare limitierte CD-Ausgabe. Wer HKSPK bisher noch nicht kennt, sollte also nicht zu lange warten.
Die Band hat bereits einiges an Material vorzuweisen: Auf das Debüt Holy Scum von 2024 folgte 2025 die EP The Human Butcher. 2026 wurden mit „Torture“ und „Rot in Despair“ bereits zwei Singles als Vorboten des neuen Albums veröffentlicht. Und jetzt liegt mit Heimkehr der nächste Schritt vor.
Fazit: Ich kann Euch eigentlich nur empfehlen, HKSPK im Auge zu behalten. Heimkehr ist für mich eine dieser Veröffentlichungen, bei denen man merkt, dass hier eine junge Band ihren eigenen Weg sucht und dabei nicht versucht, irgendwelchen Genre-Regeln zu entsprechen. Black Metal, Death Metal, Speed, Thrash, Punk und Hardcore, alles findet seinen Platz, ohne dass das Album komplett auseinanderfällt. Besonders stark finde ich die Entwicklung von der hektischen und aggressiven ersten Hälfte hin zu den atmosphärischeren und längeren Songs. Für mich ist Heimkehr deshalb nicht nur irgendeine weitere Underground-Veröffentlichung aus Brandenburg, sondern ein Album, das Lust auf mehr macht.
Kontakt: Tina für HKSPK
E-Mail: info@hkspk.de Telefon und WhatsApp: +49 1522 8318691
Text: Frank
Fotos von HKPSK (Tina)










