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Metal Frenzy Festival 2026 Freitag

Metal Frenzy Festival 2026

Der dritte Festivaltag beim MFOA (Freitag) stand wettertechnisch erneut unter keinem guten Stern. Immer wieder zogen Regenschauer über das Gelände, doch davon ließ sich das Publikum nicht aufhalten. Zum Glück … gerade am Freitag füllte sich das Infield zunehmend und zahlreiche Bands sorgten für starke Momente vor der Bühne.

Den Auftakt für mich machte Extinct aus Schleswig-Holstein. Trotz leichtem Nieselregen fanden sich schnell die ersten Fans vor der Bühne ein. Bereits nach wenigen Minuten entstanden die ersten kleinen Circle Pits und die Stimmung nahm Fahrt auf. Musikalisch bewegte sich die Band im klassischen Thrash-Metal-Bereich und erinnerte dabei stellenweise an die frühen Slayer. Extinct wurden 2003 gegründet und haben seit dem 3 Alben veröffentlicht. Die Musiker präsentierten mehrere Songs ihres aktuellen Releases „In conspiracies we trust“ und lieferten eine starke Performance ab. Die Pommesgabeln schossen im Publikum zahlreich in die Höhe. Das Release ist auch am Merch-Stand erwerben. Bei mir liegt die CD zuhause vor dem CD-Player, allerdings bin ich noch nicht zum Hören gekommen, was ich nach diesem Auftritt schnell ändern wird. (Fotos gibt es erst ab Mega Bosh, da ich davor verhindert war. S.R.)

Mit Mein Herz In Flammen wurde es anschließend deutlich moderner und härter. Die Band wurde 2021 erst gegründet und servierte druckvollen Hardcore mit deutschen Texten, ohne dabei in die oft gezogene Rammstein-Schublade zu fallen. Leider setzte pünktlich zum Auftritt erneut Regen ein, was der Energie vor der Bühne jedoch keinen Abbruch tat.

Für den ersten großen Kontrast des Tages sorgten anschließend MegaBosch. Die selbsternannten Endzeit-Rocker setzten nicht nur auf harte Rockmusik, sondern auch auf eine aufwendige Bühnenshow. Halbbekleidete Tänzerinnen, Flammenwerfer und jede Menge Spektakel gehörten ebenso zum Programm wie eingängige Mitsing-Hymnen. Persönlich bin ich bei solchen Auftritten immer etwas zwiegespalten. Die Showelemente lenken mich oftmals eher von der Musik ab. Doch der Blick ins Publikum zeigte schnell, dass Megabosch vieles richtig macht. Trotz anhaltenden Regens standen die Fans zahlreich vor der Bühne, sangen die einfachen deutschen Refrains lautstark mit und feierten die Band ausgelassen. Mit ein paar Promille im Blut funktionieren diese Songs vermutlich sogar noch besser.

Danach wurde es futuristisch, den Dymytry Paradox betraten die Bühne und beeindruckten bereits optisch mit ihren Predator-ähnlichen Masken und Kostümen. Unterstützt von einer starken Lichtshow und reichlich Pyrotechnik entwickelte sich eine intensive Performance. Passend zum Auftritt öffnete der Himmel allerdings erneut seine Schleusen. Ein kräftiger Platzregen ging auf das Festivalgelände nieder. Die eingefleischten Fans ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und feierten die Band unbeirrt weiter. Dymytry Paradox dürfte ich 2025 beim Metal Hammer Paradise am Weißenhäuser Strand schon live sehen, die Band gilt in Tschechien als neue Metal Sensation. Bekannt für ihre energiegeladenen Liveshows, ihr markantes Masken-Image und ihren modernen, wuchtigen Sound, läutet die Band mit dem Release „Born From Chaos“ eine neue internationale Ära ein.

Mit Coppelius folgte anschließend einer der ungewöhnlichsten Programmpunkte des Tages. Nach der modernen Härte von Dymytry Paradox und mit Blick auf die später folgenden 1914 hätte der Kontrast kaum größer sein können. Doch genau diese musikalische Vielfalt macht den besonderen Reiz des MFOA aus. Die Berliner überzeugten mit deutschen Texten und einer außergewöhnlichen Instrumentierung. Statt klassischer Metal-Besetzung standen unter anderem Cello und Klarinette im Mittelpunkt. Musikalisch war das großes Kino und das Publikum dankte es der Band mit einem beeindruckenden Zuspruch. Selbst Rollstuhl-Crowd-Surfing war vor der Bühne zu sehen und sorgte für einen der emotionalsten Momente des Tages.

Anschließend wurde es ernst. Die Band 1914 aus der Ukraine betraten die Bühne und zogen die bislang größte Menschenmenge des Tages an. 1914 wurden 2014 gegründet und habe 4 Alben veröffentlicht, durch die Pandemie und den Krieg sind leider die Auftrittsmöglichkeiten eingeschränkt. So voll war es vor der Bühne bis dahin noch nicht gewesen. Die Band verzichtete weitgehend auf große Ansagen und ließ stattdessen die Musik sprechen. Inhaltlich dreht sich bei 1914 alles um die Schrecken des Ersten Weltkriegs. Die düstere Atmosphäre, die kompromisslose musikalische Umsetzung und die beeindruckende Bühnenpräsenz sorgten für einen der intensivsten Auftritte des Tages.

Mit Grand Magus stand danach der nächste Publikumsliebling auf dem Programm. Entweder besitzt die schwedische Band eine riesige Fangemeinde oder die Besucher hatten einfach Lust auf erstklassigen Heavy-, Power- und True-Metal … vermutlich traf beides zu. Grand Maus gibt es schon seit über 25 Jahren und haben mit den 10 Releases auch genug Songs zur Auswahl. Das Infield füllte sich noch einmal merklich. Spätestens als Klassiker wie „Ravens guide our way“ angestimmt wurden, gab es kein Halten mehr. Die Fans sangen lautstark mit und feierten jeden Song. Grand Magus bewiesen eindrucksvoll, warum sie seit Jahren zu den beliebtesten Bands ihres Genres zählen.

Als Headliner des Freitags betraten schließlich Primordial aus Dublin die Bühne. Die Irländer gründeten sich 1991 und haben unzählige Alben und Klassiker seit dem veröffentlicht. Heute eröffnete Primordial ihren Auftritt mit einem langen, atmosphärischen Intro und schuf damit sofort die passende Stimmung. Frontmann Alan Averill hatte das Publikum von Beginn an fest im Griff. Mit seiner charismatischen Ausstrahlung und der unverwechselbaren Stimme zog er die Zuschauer mühelos in seinen Bann. Auch soundtechnisch gab es nichts zu beanstanden und die Fans honorierten den Auftritt mit lautstarkem Applaus.

Doch der Freitag war noch nicht vorbei.

Den traditionellen Rausschmeißer übernahmen die Belgier Brutal Sphincter. Die Grindcore-Truppe sorgte noch einmal für maximale Eskalation zum Abschluss des Tages. Ich durfte die Band bereits zweimal live erleben und auch dieses Mal enttäuschten sie nicht. Mit ihrer Mischung aus musikalischer Härte, Humor und einer energiegeladenen Bühnenshow gelang es ihnen erneut, das Publikum bis in die Nacht hinein zu begeistern.

Nach einem langen Festivaltag voller Regen, Pyrotechnik, Circle Pits und großartiger Musik blieben für mich vor allem zwei Auftritte besonders in Erinnerung: 1914 und Grand Magus lieferten meine Highlights des Freitags und sorgten für Gänsehautmomente vor der Bühne.

Wir sehen uns morgen vor der Bühne!

Text: Frank
Fotos: Sven Richter

 

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