kernkraftritter.de

Metal Frenzy Festival 2026 Donnerstag

Der zweite Tag des Metal Frenzy Festival begann so, wie ein Festivalmorgen eben beginnen sollte. Mit einem leichtem Kater und guter Laune eröffnen die beiden Metalmöhren ( und Britta) den Tag und machten direkt klar, dass die Nacht zuvor nicht ganz folgenlos geblieben war. Bereits um 10 Uhr stand für Sie gemeinsam mit der Band MOS die Campground-Morgenrunde auf dem Programm. Wer am Abend vorher großspurig ankündigt, Schnaps mitzubringen, muss am nächsten Morgen eben auch mit den Konsequenzen leben.

Den musikalischen Auftakt auf der Bühne übernahmen Cock Pit aus Quedlinburg. Seit 2018 steht die Grindcore-Band für kompromisslose Härte und deutschsprachige Texte. Sänger Steiner kündigte die Inhalte gewohnt direkt an: Es gehe bei Ihnen um das Thema „Nutten“. Für mich war es nicht das erste Mal, das ich die Band Cock Pit live sehen dürfte, aber allerdings erstmals in der aktuellen Besetzung. Seit 2025 sorgt frisches Blut an Bass und Vocals für neue Impulse. Dass mir Steiner bekannt vorkam, war schnell erklärt: Parallel ist er auch bei In Demoni aktiv, die ich zuletzt bereits beim Rude Festival 2025 live auf der Bühne erleben dürfte.

 

Nach einer kurzer Umbaupause betreten Mainotower die Bühne. Die Musiker aus Lüneburg bzw. Uelzen schraubten den Härtegrad spürbar nach oben. Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 haben sich die Melodic-Deather kontinuierlich einen Namen gemacht und mit ihrem 2022 erschienenen Debütalbum eine starke Visitenkarte abgegeben. Live überzeugte die Band mit druckvollen Riffs und einer ordentlichen Portion Energie.

Passend zum Festivalglück zogen die Regenwolken zunächst am Gelände vorbei. Also die besten Bedingungen für die Band Hostilia aus Schweden. Für die Thrash-Metaller aus Göteborg war es die erste Show überhaupt auf deutschem Boden. Die erst 2021 gegründete Band präsentierte eindrucksvoll ihr im vergangenen Oktober veröffentlichtes Debütalbum. Vor allem die Doppel-Gitarren sorgten für mächtig Druck auf der Bühne. Die Einflüsse ihrer Helden waren dabei unverkennbar: Wer beim Sound an Metallica der 80er denken musste, lag definitiv nicht falsch. Besonders erfreulich für mich, das die Gitarristen reichlich Raum bekamen um ihr Können auszuspielen. Für einen der unterhaltsamsten Momente des Tages sorgte schließlich Britta, die der Band zum fünfjährigen Bestehen eine Torte überreichte. Sänger und Publikum wussten nicht sofort, was jetzt passieren würde, aber wenig später landete die Torte stilecht im Gesicht des Frontmanns. Anschließend verkündet Britta, das die Band noch einen weiter Song spielen darf, was Hostilia auch freudig umsetzen.

Weniger erfreulich verlief der Tag für Conservative Military Img. Die Band musste ihren Auftritt kurzfristig absagen, da sie weiterhin am Frankfurter Flughafen festsaß. Besonders bitter: Der Gig sollte gleichzeitig den Auftakt ihrer Europa-Tour markieren.

Durch die Absage rückte Robse in der Running Order nach vorne. Der ehemalige Equilibrium-Sänger Robert-Martin Dahn gründete sein Projekt 2022 und präsentierte auf der Bühne ein beeindruckendes Gesamtpaket. Unterstützt von Keyboard und weiblichen Gesangsparts entfaltete sich eine epische Pagan-Metal-Show.
Auch abseits der Bühne gab es für mich ein erfreuliches Wiedersehen. Mit dem Gitarristen Dennis Baron von seiner Band Final Depravity kreuzten sich unsere Weg nach mehreren Jahren erneut. Das ist Underground, das ist Metal, das ist schön! Vor der Bühne dauerte es auch nicht lange, bis die ersten Circle Pits entstanden und eine Wall of Death das Infield in Bewegung versetzte.

Mit Bonded folgte anschließend eines der musikalischen Highlights des Tages für mich. Die Thrash-Metal-Formation um Ex-Sodom-Gitarrist Bernd „Bernemann“ Kost lieferte eine Stunde kompromisslosen Thrash ohne Schnörkel und ohne unnötigen Ballast. Als Manuel (Vocalist) in der Mitte des Set die Frage gestellte, ob das Publikum Lust auf einen Sodom-Klassiker habe, war die Antwort ohnehin klar. Der Song M-16 wurde ordentlich abgefeuert und die Menge dankte es mit lautstarker Begeisterung. So muss Thrash Metal klingen, direkt, hart und auf den Punkt. Die Pommesgabeln zeigten gen Himmel.

Mit Buster Shuffle aus London folgte anschließend das komplette Kontrastprogramm. Zwischen Alternative Rock, Ska und guter Laune Musik lockte die Band zahlreiche Besucher vor die Bühne. Es wurde getanzt, gefeiert und für einen Moment wirkte das Festival fast wie eine große Sommerparty. Buster Shuffle wurden 2007 gegründet und sind international sehr erfolgreich, leider in Deutschland noch relativ unbekannt.

Doch leider pünktlich zum Auftritt von Eisregen änderte sich das Wetter schlagartig. Der Regen setzte ein, die Temperaturen fielen und dunkle Wolken legten sich über das Gelände. Die Thüringer präsentierten einen Querschnitt durch ihre Diskografie und spielten unter anderem Songs der 2025 neu aufgelegten „Krebskolonie“, die ursprünglich 1998 erschien und damals schnell auf dem Index landete. Trotz immer stärker werdenden Regens und einer zunehmend durchnässten Bühne hielt das Publikum tapfer durch. Die Fans vor der Bühne ließen sich die Stimmung nicht nehmen und feierten die Band lautstark ab, ein beeindruckendes Bild bzw. Publikum. Kaum verklangen die letzten Töne von der Show Eisregens, hörte auch der Regen auf.

Perfektes Timing für die Crew vom Metal Frenzy um die Bühne trocken zum machen, denn es sollte der Headliner vom Donnerstag kommen. Die schwedischer Death Metal Band Bloodbath stand auf dem Programm. Die Band hat in Ihrer Geschichte schon einige Sänger durch, aber seit 2014 steht am Mikrofon Nick Holmes von Paradise Lost. Zunächst wollte der Funke nicht vollständig überspringen, doch im weiteren Verlauf entwickelte sich der Auftritt zu einer guten Show. Umso größer war dann die Enttäuschung, als das Set nach 60 min viel zu früh endete.

Den Abschluss des Tages und zugleich meine persönliche Überraschung lieferten .
Bislang war die Band komplett an mir vorbeigegangen, das ist ein Umstand, der sich ab sofort ändern wird.
Mit atmosphärischem Black Metal und deutschen Texten erzeugten die Musiker eine dichte und intensive Stimmung. Trotz des Regens und der fortgeschrittenen Uhrzeit harrten zahlreiche Fans vor der Bühne aus und feierten die Band begeistert.

Mein Fazit für den Donnerstag: Bonded und Antrisch waren meine Highlights des zweiten Festivaltages.
Und morgen heißt es wieder: Wir sehen uns vor der Bühne!

Text: Frank
Fotos: Sven Richter

 

Like this Article? Share it!

About The Author

Leave A Response