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Ragnaröck Festival 09.04.-11.04.2026 Tag 2

Running order Freitag

Moin… wir haben es geschafft, sogar noch Zeit zum Getränk holen und einigen Leuten Hallo sagen. Pünktlich zu Convictive hat man sich vor der Bühne eingefunden.

Convictive kommen aus dem Pott und spielen Black Metal. Gegründet hat man sich 2012 und 2018 wurde das Debüt veröffentlicht. An den Drums und Vocals gab es zwischenzeitlich Veränderungen und so sang Nora das aktuelle Release aus 2024 ein. Convictive bleiben sich beim weiblichen Gesang treu und holen die Müdigkeit aus den Knochen.

Marius an den Drums und Benjamin am Bass macht ordentlich Druck, Philip und Sebastian fügen sich in den Sound perfekt ein. Nora hat eine imposante Ausstrahlung mit Ihren langen blonden Haaren und dem Gewand. Nora wechselt sich sehr gut zwischen Clean- und Growl-Gesang ab. Dieses Konzert ist ihr letztes auf der Tour mit Waldgeflüster, Enisum und Asagraum.

Die 40 min Spielzeit sind wirklich schon vorbei und ich gehe mal schnell zum Merch-Stand, zu spät … den der Antrag bei Convictive ist sehr groß. Durch die zwei Bühne ist die Zeit zu kurz, so das ich wieder zurück in die Halle ging, da ich nicht verpassen wollte.

Folkheim haben wohl die weiteste Anreise, den sie kommen aus Chile und haben sich 2002 gegründet und damit auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Laut Encyclopaedia Metallum sollten sie Folk spielen, für mich ist es Black Metal mit Richtung atmosphärischer Black Metal. Die Songs sind alle ein wenig länger und dadurch kommen beide Gitarristen auch in den Genuss sich auszutoben. Leider kommt der zweite Gesang vom Band, was das Ganze für mich ein bißchen die Begeisterung nahm. Folkheim können trotzdem das Publikum begeistern und sind eine Bereicherung für Ragnarök gewesen. Leider hatten Sie am Merch-Stand keine Tonträger dabei.

Endlich komme ich in den Genuss Waldgeflüster live zu sehen, nachdem ich in Januar mir die beiden Release anhören bzw. die Reviews schreiben durfte. Für Waldgeflüster ist es ja fast ein Heimspiel. Die Band wurde 2005 in München gegründet und haben nach dem Debüt 2009 schon 9 Alben veröffentlicht. Die Black Metal Band hat einen fetten Sound mit einem schönen Double Bass. Passend zu dem passenden Gesamtsound steht die Band sehr im Nebel und hat dadurch eine schöne Atmosphösphäre geschaffen. Waldgeflüster ist für mich eine der Bands, die Live um einiges besser sind, als Sie zu Hause über die Anlage zuhören. Mich haben Sie live komplett überzeugt. Winterherz schafft es seine Geschichten dem Publikum überzeugend rüber zu bringen.

ist noch eine relative junge Band. Servant haben sich 2021 in Hann. Münden gegründet und spielen Black Metal. In der kurzen Zeit haben sie es geschafft 3 Release zu veröffentlichen und alle drei sind der Hammer. Servant machen keine Kompromisse und spielen hart, aggressiv und schnell. Samael und Farago spielen auf einen hohen Niveau, die Songs sind kurz gehalten und haben keinen epischen Anteil, das muß auch nicht immer sein. Ich habe Sie letztes Jahr auf dem Metal Embrace zum ersten Mal gesehen und war sofort begeistert. Ich freue mich, das ich Servant im Mai auf dem Iron Doghead als Headliner und auf dem Rude (Rock unter den Eichen) noch mal sehen kann.

Sunken aus Aarhus (Dänemark) war mir bis heute unbekannt, ich weiß „Schande“. Sunken haben sich 2013 gegründet und spielen atmosphärischen Black Metal. Der Sound geht in die Richtung von Servant, direkt und kompromisslos in die Vollen. Leider kann man von den Musiker nicht viel erkennen, da Sie im Nebel untergehen, spiel natürlich musikalisch keine Rolle, aber ich möchte hierfür keine Fotos machen müssen. Für mich ist Sunken eine positive Überraschung des Ragnarök Festivals und leider war nach 35 min Spielzeit schon vorbei, d.h. ein Song wäre noch drinnen gewesen. Ich habe mich beeilt, um zum Merch-Stand zu komme, denn ich muß mich mit CDs eindecken.

Nach fünf Bands und einiger Zeit in der Halle, kommt der Hunger durch, denn das Frühstück ist doch schon einige Stunden her. Wir haben uns entschlossen Vanir und Panopticon zwecks Essenspause auszulassen. Wir kommen einer Empfehlung nach und gehen  zum Asia Restaurant Ari Ky. Vor dem Eingang und im Restaurant trifft man auf Gleichgesinnte, die auch mal 1-2 h runterkommen wollten. Wir können das Restaurant nur empfehlen und haben uns auch sehr angenehm mit der Servicekraft unterhalten.

Wir hatten sogar noch Zeit den Merch wegzubringen und waren pünktlich zu Misþyrming in der Halle. Misþyrming kommen aus Island und spielen Black Metal. Seit der Gründung 2013 hat man 3 Alben veröffentlich. Misþyrming kommen auf die Bühne und man denkt, das sie alles niederwalzen wollen. Die Gitarren stehen im Vordergrund. Beim zweiten oder dritten Song ist plötzlich der Strom weg. Das Publikum sieht das nicht so negativ und fordert den Drummer zum Solo auf, was er sich nicht zweimal Sagen läßt. So kommen alle auf ihre Kosten und die technische Pause ist kein Problem, Danke an die Technik. Es geht nahtlos weiter als wäre nichts passiert. Der Gesamtsound ist sehr intrumental, was ich sehr positiv empfinde, da alle ihr Handwerk verstehen. Vielen Dank an die Regie, das Misþyrming ihr Spielzeit trotz technischer Problem bekommen haben. Ich behalte mir Misþyrming im Hinterkopf und hoffe Sie nochmal live zu sehen.

Mit der Band wird es melodischer. Die Finnen haben sich 2012 gegründet und spielen Melodic Doom/Death Metal. Die Band singt in ihren Muttersprache und promoten Ihr Ende November veröffentlichte Album Kun valo minussa kuoli. Olli findet gesanglich einen sehr guten Weg zwischen Clean-Gesang und Growls.

Enisum haben gerade ihr neues Album released und wollen es live präsentieren. Enisum sind aktuell mit Waldgefüster, Convictive und Asagraum auf der Teil of Darkness Tour unterwegs. Enisum haben sich 2006 in Turin (Italien) gegründet und seit dem 8 Alben unter das Volk gebracht. Musikalisch wird es wieder härter und geht zum Black Metal zurück. Der Double Bass und die Gitarren dominieren und Epheliin growlt passend dazu. Enisum weiß, wie man das Publikum innerhalb von 40 min zum schwitzen bringt.

Jeder hat von Septicflesh mindestens ein Album im Regal. Bei mir werden nach dem heutigen Tag, noch einige weitere Folgen. Septicflesh sind heute die Dienstältesten, den die Griechen haben sich 1990 in Athen gegründet und seit dem 11 Alben, diverse Live release, Boxed Sets und EPs unter das Volk gebracht. Die Bühnen ist im dunkel Rot bestrahlt als das orchestralische Intro beginnt. So voll war die Halle bis jetzt nicht, oben auf der Empore ist keine Platz mehr frei und man steht von der Brüstung dreireihig. Septicflesh spielen symphonischen Death Metal und schaffen es die ganze Halle zum Headbangen zu animieren. Spiros (harsh) und Sotiris (clean) Wechsel sich perfekt im Gesang ab. Für mich persönlich der Tagesheadliner, das sehe nicht nur ich so, denn so eine geile Stimmung wie aktuell, gab es bis jetzt noch nicht. Ich ziehe vor Septicflesh meinen nicht vorhandenen Hut und sage: Tagessieger.

Die Isländer haben nach Septicflesh einen schweren Stand. Leider leert sich die Halle doch sehr, was Helfró nicht gerecht ist. Die relative junge Band gibt alles und versucht Ihren Black Metal dem Publikum schmackhaft zu machen. Helfró haben sich 2017 in Reykjavik zusammengeschlossen und auch schnell ihr Debüt rausgebracht. Helfró spielen live mit zwei Gitarristen, aber ohne Bassisten, womit der Drummer sehr viel kompensieren muß. Der Sound ist sehr gut, aber irgendwie schafft es Helfró nicht das Publikum zu überzeugen.

Psychonaut 4 spielen depressive Black Metal. Die Band hat es in Ihrer Heimat Tbilisi (Georgien) nicht so leicht. Man hat sich 2010 gegründet und fünf Alben veröffentlicht. Im Laufe der Jahre gab es diverse Mitglieder Wechsel. Am Gesang ist Irakli auch erst seit dem letzten Release dabei. Drifter (Guitar) macht den Clean-Gesang, während Irakli (Graf) die aggressiven growls übernimmt. So richtig einordnen kann ich Psychonaut 4 nicht in ein Genre, was aber überhaupt nicht schlimm ist. Die Halle ist wieder sehr gut gefüllt.

 

Irgendwie ist die Luft bei uns nach 11 Bands raus und wir lassen Asagraum sein … sorry.

 

Fotos: Sven

Text: Frank

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