
Feond – We Are Doomed – In Omni Tempore
Manchmal entstehen neue Bands nicht aus einem großen Knall, sondern eher daraus, dass etwas Altes langsam einschläft. So war es auch bei FEOND. Nachdem M.A.D. irgendwann ohne großen Abschluss von der Bildfläche verschwunden waren, begann Gitarrist und Songwriter, bereits vorhandene Ideen zu sortieren und daraus etwas Neues entstehen zu lassen. Mit Rob am Bass und Gesang sowie Andreas am Schlagzeug formierte sich schließlich FEOND. Was als Zusammenarbeit alter Bekannter begann, ist nun mit „We Are Doomed – In Omni Tempore“ auf dem ersten Album angekommen.
Musikalisch geht es hier ziemlich düster zur Sache. FEOND verbinden Black- und Death-Metal, wobei die Songs nicht einfach nur auf Geschwindigkeit setzen. Mal treiben die Gitarren nach vorne, mal wird es schwer und drückend. Dazu kommen die unterschiedlichen Gesangsfarben von Rob, der neben tiefen Growls auch deutlich schwärzere Screams einsetzt. Das passt hervorragend zu den teilweise sehr düsteren Geschichten, die das Album erzählt.

Besonders hängen geblieben sind bei mir allerdings die deutschsprachigen Stücke. „Drachenwald“ erzählt von der Schlacht im Hürtgenwald und entwickelt dabei eine beklemmende Atmosphäre, die durch die deutsche Sprache noch unmittelbarer wirkt. Auch „Heimwärts“ funktioniert für mich auf diese Weise besonders gut. Der lange Weg nach Hause, zerstörte Brücken und die Erkenntnis, dass es eigentlich kein Zurück mehr gibt. Gerade hier zeigt sich, dass deutsche Texte in dieser Art von Musik verdammt gut funktionieren können. Ich würde mir davon bei FEOND durchaus noch mehr wünschen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die englischen Songs abfallen. „As We Wait“ kommt zunächst etwas schleppender daher und vermittelt das Gefühl des Wartens im Dreck und Schlamm, bevor es wieder härter wird. „Nailed on Trees“ zieht das Tempo deutlich an, während „Last New Day“ zwischen Melancholie und Aggression pendelt. „Traitor“ fällt etwas kürzer und direkter aus, bevor „Into the Fire“ das Album noch einmal ordentlich aufdreht.
„We Are Doomed – In Omni Tempore“ ist damit ein gelungenes Debüt geworden. FEOND klingen düster, hart und gleichzeitig atmosphärisch genug, damit die Songs nicht nach dem ersten Durchlauf verpuffen. Die deutschen Stücke sind für mich dabei das kleine Highlight, aber insgesamt funktioniert das Album auch als geschlossenes Werk richtig gut. Ein interessantes neues Kapitel für die beteiligten Musiker und hoffentlich erst der Anfang für FEOND.
Mario W.









