
Lone wanderer – Exequiae VÖ 30.01.2026
Doom muß nicht immer aus Skandinavien oder UK kommen. Das beweissen Lone Wanderer aus Freiburg im Breisgau eindrucksvoll. Gegründet wurde die Band von Simon Brooker, Jakob Zeblin, Christian Hoen und Bruno Schotten. Es folgte relativ schnell die EP „Principles“. 2016 erschien Ihr Debüt Album „The Majesty of loss“. Zum zweiten Album gab es eine Besetzungswechsel für Christan an der Gitarre kommt Jonas Weber in die Band. Zusätzlich wechselte man zum Label High Roller. „The faustian Winter“ setzt 2020 ein Zeichen im Funeral Doom Bereich.

Bruno, Jonas, Simon und Jakob
Am 30. Januar erscheint ihr neues Album „Exequiae“. Als begeisterter Doom-Fan betrete ich die neue CD von Lone Wanderer mit einer Mischung aus Erwartungshaltung und Staunen und ich werde nicht enttäuscht. Die fünf Songs haben eine Spielzeit von über 75 Minuten. Der erste Song schlägt mit über 24 Minuten zu Buche, ist das emotionale Zentrum des Albums. Schon der Einstieg baut eine dichte, opake Atmosphäre auf, langsame, schleichende Gitarrenmelodien, ein bedrohliches Riffing und eine Stimme, die die Schwere mit jeder Zeile zähmt, aber dennoch nicht schont. Dieses Monument beweist, dass Lone Wanderer nicht nur lange Songs schreiben, sondern sie auch dramaturgisch ausformen können. Die Überlänge dieser Nummer war keine Absicht, sondern eine logische Notwendigkeit der Thematik.
Deutlich fassbarer, aber nicht minder zwingend folgen die restlichen Stücke. Die vier anderen Songs zeigen, wie die Band zwischen düsteren, tranceartigen Passagen und stoischen, treibenden Drums wechselt, ohne die Geduld des Hörers zu strapazieren. Der Klang ist druckvoll, rau und doch durchgehend transparent. Die Drums donnern mit Wucht, die Gitarren teilweise sehr filigrane und verspielt. Die Stimme sitzt fest im Mix, irgendwo zwischen Rauch und Klarheit. Die Produktion bewahrt die rohe Intensität des Doom, ohne die dunklen Farben zu verlieren, die die Platte so eindringlich gemacht haben.
Das Artwork stammt von einem deutschen Maler der Romantik, Ernst Ferdinand Oehme, der die Grabesstille des Albums einfängt.
Fazit: Lone Wanderer liefern mit dieser neuen CD ein beeindruckendes Doom-Opus ab.
Frank









