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Anvil + Killer – Pounding the Past Tour 2026

Ein gut gefüllter Club, drei Bands und jede Menge klassischer Heavy Metal. Am Sonntagabend machten Anvil im Rahmen ihrer „Pounding the Past“-Tour Halt im Bei Chez Heinz in Hannover. Mit dabei waren Killer als Special Guest und die französische Band Spirit War, die sich als willkommene Überraschung entpuppte. Die Stimmung war gut, das Publikum altersmäßig bunt gemischt. Schön zu sehen, dass sich auch einige jüngere Metalheads unter die Konzertbesucher gemischt hatten.

   

Den Anfang machten Spirit War. Aufgrund technischer Schwierigkeiten ging es ein paar Minuten später los als geplant. Die Franzosen ließen sich davon allerdings nicht aus dem Konzept bringen und durften etwas länger als ursprünglich vorgesehen spielen. Musikalisch gab es einen soliden, technisch versierten Auftritt mit ordentlich Spielfreude. Besonders ein Song mit seinem Offbeat-Einschlag blieb hängen. Welcher Track das war, konnte ich bislang leider nicht herausfinden. Die Stücke waren mir bis dahin unbekannt, trotzdem machte die Band schnell Spaß. Gegen Ende suchte Spirit War verstärkt den Kontakt zum Publikum und wurde dafür mit einer guten Resonanz belohnt. Schade eigentlich, dass ich im Vorfeld kaum etwas von der Band mitbekommen hatte. Sie hätte durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient.

   

Gegen 20 Uhr übernahmen Killer die Bühne. Die Band brachte eine ordentliche Portion Heavy Metal mit, der immer wieder eine deutliche Motörhead-Kante erkennen ließ. Der Sound war gut und druckvoll, und auch die Reaktionen des Publikums konnten sich hören lassen. Vor allem der Bassist war ständig in Bewegung. Wer in der ersten Reihe stand, musste deshalb schon mal den Kopf einziehen, um nicht versehentlich Bekanntschaft mit seinem Instrument zu machen. Zwar klang für mich manches recht ähnlich, insgesamt machte der Auftritt aber ordentlich Spaß. Auch die Songs vom neuen Album konnten überzeugen. Mit „Shockwaves“, „August Eyes“ und dem 80er-Medley gab es zudem einige Momente, die besonders im Gedächtnis blieben. Wer mehr über das neue Album erfahren möchte, findet hier meine Review zu „The Grand Finale“. Nach gut einer Stunde war Schluss und der Weg für den Headliner frei.

Nach einer kurzen Umbaupause wurde es noch einmal heiß im Club. Einige Besucher hielten trotz der Temperaturen eisern ihre Plätze vor der Bühne, denn schließlich stand mit Anvil der Hauptact des Abends bevor. Um 21:15 Uhr ging es los. Steve „Lips“ Kudlow, Chris Robertson und Schlagzeuger Robb Reiner zeigten sich von Beginn an bestens gelaunt. Der Sound hatte ordentlich Druck, blieb dabei aber klar genug, um die einzelnen Instrumente gut wahrzunehmen.

  

Lips ist ein echter Showman. Seine Mimik, seine Gesten und sein unverwechselbares Gesicht machen ihn zu einer Persönlichkeit, die man auf der Bühne sofort wiedererkennt. Doch auch Bassist Chris Robertson trug seinen Teil zur Unterhaltung bei. Mit seiner herrlich ausdrucksstarken Mimik und seiner humorvollen Art war er ein echter Hingucker. Zusammen sorgten die Musiker dafür, dass es auf der Bühne nicht nur musikalisch, sondern auch optisch einiges zu entdecken gab. Lips nahm sich selbst ebenfalls nicht allzu ernst und machte mit einem Spruch über graue Haare und seine kahle Stelle deutlich, dass er auch über sich selbst lachen kann. Dazu kam die Geschichte über Lemmy, die Lips schon öfter erzählt hat. Ich kannte sie jedenfalls bereits, hörte sie aber trotzdem gerne wieder.

Bei „Forged in Fire“ kam ordentlich Bewegung ins Publikum. Die Fans ließen sich bereitwillig animieren und sangen bei den bekannten Stücken mit. Auch „Mothra“ durfte nicht fehlen. Lips sorgte hier mit seinem ungewöhnlichen Vibrator-Gitarrensolo für einen der skurrileren Momente des Abends. Robb Reiner überzeugte am Schlagzeug mit einem souveränen Spiel. Besonders seine ungewöhnliche Haltung des linken Drumsticks fiel mir auf. Sie passt zu seiner Jazzprägung und verleiht seiner Spielweise einen eigenen Charakter. Das Drumsolo geriet für meinen Geschmack zwar etwas lang, doch das Publikum schien daran durchaus Gefallen zu finden. Letztlich ist das natürlich Geschmackssache.

 

Mit „Jackhammer“ und weiteren Klassikern ging es dem Ende entgegen, bevor „Metal on Metal“ den Schlusspunkt setzte. Lips beendete den Song mitten im Publikum und blieb anschließend für Fotos dort. Ein schöner Abschluss, der noch einmal zeigte, wie nah sich Anvil und ihre Fans an diesem Abend waren.

Unterm Strich war es ein rundum gelungener Konzertabend im Bei Chez Heinz. Spirit War überraschten mit einem überzeugenden Auftritt, Killer brachten eine ordentliche Portion rauen Heavy Metal mit und Anvil machten deutlich, warum sie auch nach all den Jahren noch immer für unterhaltsame Live-Shows stehen. Mit Klassikern zum Mitsingen, jeder Menge Humor und einer spürbaren Spielfreude sorgten sie für einen gelungenen Abschluss des Abends. So ging es nach knapp vier Stunden Metal mit einem guten Gefühl nach Hause.

Mario Waschkowski

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About The Author

Metal ist für mich mehr als nur Musik. Es sind Alben, die im Kopf bleiben, Konzerte, die man nicht so schnell vergisst, und Festivals, deren Eindrücke einen noch lange begleiten. Mehr Metal, Reviews und Live-Eindrücke von mir findest du auf Instagram: @marios_moshnotes

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