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Messticator – Total Mastery

Messticator – Total Mastery

Testimony Records |Release 13.03.2026

Mit Total Mastery legen die Hamburger Messticator nach. Ein kurzes, unheilvolles Intro, dann ohne Umwege der Tritt aufs Gaspedal: „Pitslayer“ bricht los, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Kein langes Warmwerden, kein vorsichtiges Antesten. Der Opener funktioniert wie ein direkter Schlag in die Magengrube. Riffs, die nicht diskutieren wollen, dazu ein Tempo, das sofort Spannung aufbaut. Genau das zieht sich durch das gesamte Album und sorgt dafür, dass man praktisch von Beginn an drin ist.

Dass „Bloodsport“ vorab veröffentlicht wurde, wirkt im Nachhinein wie eine ziemlich treffsichere Entscheidung. Der Song bündelt vieles von dem, was die Platte stark macht. Der Groove zwingt förmlich zur Bewegung, dieser eine Rhythmus, bei dem man automatisch mitgeht. Für mich ein klassischer Pit-Track, aber ohne stumpf zu wirken. Energiegeladen, aggressiv, dabei eingängig genug, um sich festzusetzen. Ganz anders startet „Mass Human Extinction“: getragen, fast lauernd, bevor sich der Song zur Mitte hin öffnet und in einen massiven Headbanger kippt. Diese Dynamik sitzt, weil sie nicht konstruiert klingt, sondern organisch wächst. „High Ground“ streut kurze, fast epische Momente ein, ohne den eigenen Stil zu verwässern. Eher eine Erweiterung als ein Bruch. Und der Beginn von „One-Shot-Kill“ weckt bei mir deutliche Assoziationen zu Kataklysm, was dem Track eine zusätzliche Schärfe verleiht.

Was mir besonders gefällt, ist, dass sich die Band trotz der Härte Raum für kleine Seitenhiebe lässt. „Cougar Claws“ führt den augenzwinkernden Ansatz fort, den man bereits vom Song „Leather Milf“ des 2022 erschienenen Forthcoming Revelations kannte, ohne zur bloßen Spaßnummer zu verkommen. Der Humor wirkt eher wie ein zusätzliches Stilmittel als ein Stilwechsel. Musikalisch bleibt alles fest verankert: Die Mischung aus Death und Thrash trifft meinen Nerv nach wie vor ziemlich genau. Schon das Debüt Forthcoming Revelation hatte Substanz, doch Total Mastery schraubt die Intensität spürbar nach oben. Schneller, direkter, noch entschlossener.

Was das Album zusätzlich stark macht, sind die vielen Details. Kleine Akzente, Tempowechsel, Riffvariationen. Genug, um die Songs interessant zu halten, ohne sie zu überfrachten. Ein schwacher Moment? Fehlanzeige. Die Platte läuft durch, ohne dass ein Track abfällt. Für mich wirkt das wie ein deutlicher Schritt nach vorn und vor allem wie Material, das live noch einmal ganz anders zünden dürfte. Genau darauf bin ich jetzt gespannt.

Mario W.

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