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Firtan – Helios – VÖ 02.10.2026

Firtan gehören mittlerweile zu den Bands aus Deutschland, bei denen ich ziemlich genau weiß, dass mich eine neue Veröffentlichung nicht kaltlassen wird. Die Band stammt aus Lörrach und wurde 2010 gegründet. Angefangen haben Firtan noch deutlich stärker im Pagan Black Metal, mittlerweile hat sich daraus ein atmosphärischer und progressiver Black Metal entwickelt, bei dem auch Post-Metal-, Folk- und orchestrale Elemente ihren Platz finden.

Nach der EP Wogen der Trauer von 2013 folgte 2014 das Debüt Niedergang. Mit Innenwelt, Okeanos, Marter und zuletzt Ethos wurde der eigene Sound immer weiterentwickelt. 2026 gab es mit Live at Summer Breeze bereits einen Live-Eindruck auf Tonträger, jetzt folgt mit Helios das fünfte Studioalbum.

Am 2. Oktober 2026 erscheint Helios über AOP Records. Auf der regulären Version befinden sich elf Songs, wobei die CD-Mediabook-Ausgabe noch zwei Bonustracks enthält. Produziert, gemischt und gemastert wurde das Album wieder von Markus Stock in der Klangschmiede Studio E.

Helios ist kein Album, das sich ausschließlich mit Dunkelheit beschäftigt. Der Titel steht für die Sonne und damit für Licht, Erkenntnis und die Suche nach der eigenen Stärke. Firtan wollen dabei nicht vor der Dunkelheit davonlaufen, sondern sich ihr bewusst stellen.

Der Einstieg „Himsa“ führt zunächst in die Atmosphäre des Albums hinein. Firtan lassen sich Zeit und bauen Spannung auf, bevor die härteren Passagen einsetzen. Die Gitarren sind dabei deutlich wuchtiger als bei vielen klassischen Atmospheric-Black-Metal-Bands. Gleichzeitig sorgen die zusätzlichen Instrumente für diese ganz eigene, teilweise melancholische Stimmung.

Mit „Kalikas Tongue“ wird es wieder aggressiver und mit Growl-Gesang. Hier kommt die Black-Metal-Seite stärker zum Vorschein, während die melodischen Passagen für die nötigen Kontraste sorgen. Die ruhigen Momente sind nicht einfach Pausen zwischen den harten Stellen sondern mit Violine, Sie gehören zum Song und machen die späteren Ausbrüche umso wirkungsvoller.

„Ambrosia“ gehört für mich zu den atmosphärischeren Stücken. Die Gitarren entwickeln sich langsam und die verschiedenen Klangfarben bekommen genügend Raum. Gerade hier hört man, wie weit sich Firtan von ihren frühen Pagan-Metal-Tagen entfernt haben. Die Musik wirkt inzwischen wesentlich offener und progressiver.

Mit „Solis Currus“ nimmt das Album wieder Fahrt auf. Das Zusammenspiel aus aggressivem Riffing und melodischen Passagen funktioniert richtig gut und im Mittelteil kommt die Violine zum Einsatz. Die Band schafft es dabei, trotz der vielen zusätzlichen Elemente immer eine gewisse Härte beizubehalten.

„Ascension“ wurde bereits vorab veröffentlicht und ist mit über sieben Minuten einer der längeren Songs des Albums. Für mich passt der Titel hervorragend zum Konzept. Der Song beginnt düster und schwer, entwickelt sich aber immer weiter und bekommt dadurch etwas Befreiendes. Gerade die Kombination aus aggressiven Vocals und den melodischen Instrumentalpassagen gefällt mir hier sehr gut. Bei den zusätzlichen Vocals ist auch Christian Strobel beteiligt.

Danach geht es mit „Wide Open Eye“ weiter. Auch hier wechseln Firtan zwischen ruhigeren und aggressiveren Passagen. Der Song zeigt wieder diese Stärke der Band: Man weiß nicht unbedingt, wohin sich das Stück als Nächstes entwickelt, trotzdem wirkt nichts zufällig.

Bei „Helios“ treffen die verschiedenen Seiten der Band aufeinander: Black Metal, schwere Death-Metal-Elemente, Melodie und Atmosphäre. Dazu kommen die zusätzlichen Instrumente, die dem Stück eine fast schon filmische Wirkung geben. Für mich einer der Songs, bei denen man merkt, dass Firtan mittlerweile einen ziemlich eigenen Sound entwickelt haben.

„The Form Revealed“ und „Revealing Prana“ setzen diesen Weg fort. Der Song besitzt wieder eine starke Dynamik und verbindet Härte mit ruhigeren Abschnitten. Auch hier sind zusätzliche Vocals von Christian Strobel zu hören. Die Band kann aggressiv spielen, muss aber nicht permanent zeigen, wie schnell sie ist.

Mein persönliches Highlight ist „The Hierophant Way“. Fast zwölf Minuten sind für einen einzelnen Song schon eine Ansage. Trotzdem wird es hier keine Sekunde langweilig. Der Song wirkt für mich wie eine Zusammenfassung dessen, was Helios ausmacht. Obwohl der Song so lang ist, funktioniert er für mich hervorragend. Hier kann man sich richtig hineinfallen lassen.

Zum Abschluss der regulären Tracklist folgt „Shadows of a Dawn Unborn“. Auch hier gibt es einen Gastauftritt: Christian Höll von Vinsta steuert Sopransaxofon bei. Das Saxofon ist natürlich nicht unbedingt das erste Instrument, das man bei Black Metal erwartet. Bei Firtan fügt es sich aber in das progressive und atmosphärische Konzept ein.

Fazit: Für mich ist Helios eine konsequente Weiterentwicklung von Firtan. Die Band hat ihre Black-Metal-Wurzeln nicht vergessen, erweitert ihren Sound aber immer weiter. Death-Metal-Wucht trifft auf atmosphärischen Black Metal, dazu kommen Violine, Synthesizer, Chöre und weitere Instrumente.

Frank

See you on Tour …

Ich werde am 24.10. in meiner Heimatstadt sein

 

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