kernkraftritter.de

Vingulmork – Barmhjertighetens Fallitt – VÖ 11.09.2026

Norwegen und Black Metal, diese Verbindung funktioniert eigentlich immer noch ziemlich gut. Mit Vingulmork kommt eine Band aus Oslo, die ich bisher ehrlich gesagt nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Das dürfte sich nach Barmhjertighetens Fallitt allerdings ändern.

Vingulmork wurden 2013 in Oslo gegründet. 2014 erschien die EP „The long march“. 2015 erschien mit „Chiaroscuro“ das Debüt Album, 2019 folgte die EP „Avgrunn“. Danach wurde es erstaunlich ruhig um die Band. Ganze sieben Jahre später melden sich Vingulmork nun mit ihrem vierten Veröffentlichung bzw. zweiten Album zurück. „Barmhjertighetens Fallitt“ erscheint am 11. September 2026 über Crime Records sowie auf Vinyl über Likskue Productions und Schattenpfade. Musikalisch würde ich Vingulmork irgendwo zwischen Black Metal und Blackened Thrash Metal einordnen. Die Band selbst beschreibt ihren Sound als eine Mischung aus der Aggressivität und Geschwindigkeit des Old-School-Thrash mit der Kälte, Melodik und Atmosphäre des Black Metal. Dazu kommen immer wieder schwere Death-Metal-Einflüsse.


Sieben Jahre Pause haben sich gelohnt

Schon der Opener „Ørkesløs“ macht ordentlich Druck. Schnelle Gitarren, wütender Gesang und ein Schlagzeug, das ordentlich nach vorne treibt. Gleichzeitig sind die Gitarren nicht einfach nur auf Geschwindigkeit ausgelegt. Es gibt immer wieder melodische Stellen, die sich richtig schön in den Song einfügen.

Danach geht es mit „Skam“ weiter. Auch hier gefällt mir die Mischung aus Härte und Melodie. Vingulmork schaffen es, dass der Song aggressiv bleibt, ohne in einem einzigen Geschwindigkeitsrausch unterzugehen.

„Sitring“ ist einer der Songs, die bei mir besonders hängen bleiben. Hier kommt die melodische Seite der Band stärker zur Geltung, ohne dass die Härte verloren geht. Der Song wurde bereits vor dem Album als Single veröffentlicht und zeigt ziemlich gut, wohin die Reise auf dem neuen Album geht.

Mit „Avmakt“ folgt dann ein gerade einmal rund einminütiges Zwischenspiel. Danach geht es mit „Krigserklæring“ wieder richtig los. Der Song war die erste Single des Albums und besitzt ordentlich Energie. Hier treffen schnelle Riffs auf den aggressiven Gesang und genau diese Kombination funktioniert für mich hervorragend.

„Fallitt“ ist anschließend erneut ein kurzes Zwischenspiel. Ich muss gestehen, dass ich solche kurzen Stücke auf einem Album nicht unbedingt brauche. Bei Vingulmork funktionieren sie aber als kleine Unterbrechungen, bevor es wieder weitergeht.

Mit „Alarm“ wird wieder richtig Gas gegeben. Der Song ist kürzer und direkter und kommt dadurch ziemlich schnell auf den Punkt.

Danach folgt mit „Svart Time“ wieder ein längerer Song. Hier bekommt die Band mehr Raum, ihre verschiedenen Einflüsse miteinander zu verbinden. Gerade die Gitarrenarbeit gefällt mir hier sehr gut. Es gibt diese typische norwegische Black-Metal-Kälte, aber gleichzeitig immer wieder melodische und thrashige Momente.

„Nådestøt“ ist mit knapp zwei Minuten ebenfalls eher kurz gehalten und funktioniert für mich fast wie ein Übergang zum nächsten großen Stück.

„Mannen og kråka“ und der Song ist für mich definitiv einer der interessantesten auf dem Album. Hier zeigen Vingulmork noch einmal eine andere Seite. Der Song ist melodischer und etwas abwechslungsreicher aufgebaut. Gerade dadurch hebt er sich von den aggressiveren Stücken ab. Ich mag solche Songs auf einem Album, weil sie zeigen, dass eine Band nicht nur eine einzige Idee hat. Vingulmork können ordentlich nach vorne prügeln, wissen aber genauso, wann sie das Tempo etwas herausnehmen müssen.

Mit „Trolldom“ geht es wieder zurück in die düstere und aggressive Richtung. Der Song verbindet schwere Riffs mit der typischen Black-Metal-Atmosphäre und passt dadurch hervorragend in die zweite Hälfte des Albums.

Den Abschluss macht „Brann“. Vier Minuten lang bekommt man noch einmal das komplette Vingulmork-Paket: aggressive Gitarren, treibendes Schlagzeug, harscher Gesang und diese Mischung aus Black Metal, Thrash und einer gewissen Schwere.

Was mir an Barmhjertighetens Fallitt besonders gefällt, ist die Abwechslung.

Natürlich gibt es hier ordentlich Black Metal. Aber Vingulmork lassen immer wieder Thrash- und Death-Metal-Einflüsse einfließen. Die Gitarren stehen deutlich im Vordergrund und sind nicht nur dafür da, eine möglichst kalte Wand zu erzeugen.

Fazit: Das Album verbindet Black Metal mit Thrash und Death Metal, ist aggressiv und melodisch zugleich und hat genügend Abwechslung, damit die knapp 47 Minuten nicht langweilig werden. Zwölf Songs sind darauf vertreten, besonders gefallen mir „Skam“, „Krigserklæring“, „Svart Time“ und „Mannen og kråka“. Letzterer zeigt für mich besonders schön die melodischere Seite der Band.

Frank 

👁 19 Aufrufe

Like this Article? Share it!

About The Author

Leave A Response