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Kerrigan – Wayfarer

Mario Waschkowski 24. März 2026 Review Keine Kommentare zu Kerrigan – Wayfarer

Kerrigan – Wayfarer
High Roller Records | Release: 27.03.2026

Mit Wayfarer machen Kerrigan drei Jahre nach dem Debüt den nächsten Schritt nach vorn. Die Band aus Freiburg wird aus gutem Grund als heißes Eisen in der traditionellen Heavy-Metal-Szene gehandelt. Das Songwriting knüpft in vielen Punkten direkt an den Vorgänger an, teilweise reichen Ideen sogar bis in dessen Entstehungsphase zurück. Das merkt man der Platte an: Wayfarer wirkt wie eine organisch aus dem bisherigen Material der Band weiterentwickelte Veröffentlichung. Insgesamt hinterlässt die Scheibe einen runden Eindruck. Wirklich schwache Momente gibt es nicht, auch wenn man sich an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Explosion gewünscht hätte.

Der Einstieg gelingt stark. „Torchbearer“ eröffnet nach einem kurzen Vorspiel mit viel Melodie und setzt sofort den Ton für das Album. Die Gitarrenlinien sind eingängig, ohne ins Belanglose abzurutschen. Überhaupt funktioniert die melodische Seite von Kerrigan hier besonders gut. Immer wieder blitzen diese leicht verträumten, fast melancholischen Momente auf, die dem Album eine eigene Atmosphäre geben und es von reinem Retro-Metal abheben.

Das Album hat keinen wirklichen Ausfall, deshalb will ich gar nicht jeden Song einzeln auseinandernehmen, sondern zwei der vielen Highlights herausgreifen. „Surrender“ ist so ein Kandidat. Der Einstieg mit diesem hohen Scream bleibt sofort hängen. Genau so ein Moment, der einem Song Charakter gibt. Danach entwickelt sich der Track konsequent weiter, ohne an Spannung zu verlieren. Ein Song, der vor allem über seine Melodie und gezielt gesetzte Spitzen funktioniert.

Ein weiterer Höhepunkt ist „Blood and Steel“. Hier greift alles sauber ineinander: stampfende Riffs, ein treibender Aufbau und ein Refrain, der sich direkt im Gehörgang festsetzt. Der Song schielt unverkennbar in Richtung klassischer Manowar-Schule, bleibt dabei aber klar als Kerrigan erkennbar. Genau solche Tracks zeigen, welches Hitpotenzial in der Band steckt. Wayfarer ist ein durchgehend starkes Album, das seine Qualität weniger aus einzelnen Ausreißern zieht, sondern aus der Konstanz über die gesamte Laufzeit.

Mario W.

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