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Saxnot & Thorondir live im Thav Hildesheim – Ein Underground-Metalabend im Januar

Saxnot & Thorondir live im Thav Hildesheim – Ein Underground-Metalabend im Januar

Ein kalter Winterabend im Januar. Genau richtig für ein Metalkonzert im Thav Hildesheim. Gemeinsam mit Sven, der an diesem Abend fotografiert, geht es zu Saxnot und Thorondir, die an diesem Abend im Thav auf der Bühne stehen. Für mich ist es der erste Besuch in diesem Laden. Als wir gegen 20:30 Uhr eintreffen, ist das Thav bereits gut gefüllt. Etwas, das man sich bei Underground-Metal-Konzerten immer wünscht.

Saxnot – Abschied und Aufbruch zugleich

Saxnot sind noch im Soundcheck, starten dann aber nahezu überpünktlich gegen 21 Uhr. Der Abend ist kein gewöhnlicher Gig, es ist der Abschiedsauftritt der beiden Gitarristen, die die Band verlassen werden. Ein Moment, der bei vielen Bands Unsicherheit erzeugt, hier wirkt er eher wie ein zusätzlicher Antrieb. Sänger Eddy erwähnt, dass Interessierte sich gern bei der Band melden dürfen. Man spürt: Saxnot wollen und werden weitermachen.

Von Anfang an ist die Stimmung vor der Bühne stark. Die Band wirkt bestens gelaunt, das Publikum hat sichtbar Bock. Der Einstieg mit Rachezug fühlt sich an diesem Abend tatsächlich mehr nach Triumphzug an. Bei Sturmfahrt sitzt ein Großteil des Publikums rudernd im imaginären Boot. Ein Ritual, das einfach jedes Mal funktioniert. Genau solche Momente zeigen, wie sehr Saxnot live verankert sind.

Selbst kleinere Katastrophen können den Auftritt nicht bremsen. Eine gerissene Gitarrensaite wird mitten im Song gewechselt, wenig später dreht sich auch noch das Doublebass-Pedal weg. Trotzdem bleibt alles stabil. Das ist Routine, aber vor allem Professionalität. Ein gutes Beispiel dafür, warum Livekonzerte eben mehr sind als perfekt produzierte Studioaufnahmen.

Gegen Ende der Setlist wird mit dem gelungenen Death in Fire-Cover von Amon Amarth ein persönliches Highlight gesetzt. Ein Song, der auch im Original zu meinen Favoriten zählt. Nach dem Titeltrack vom aktuellen Album Alte Heimat Sachsenland bildet Mettrunken schließlich den passenden Abschluss eines durchweg starken Saxnot-Auftritts. Daumen hoch.

Thorondir – Epik auf engem Raum

Nach kurzem Umbau betreten Thorondir die Bühne. Gewänder und Masken sind stimmig zur Musik gewählt, besonders die Masken hinterlassen Eindruck. Vor der kleinen Bühne ist es wie schon bei Saxnot richtig voll. Sechs Musiker teilen sich den engen Raum. Platz für große Bewegungen bleibt kaum. Doch genau dieser Kontrast zwischen epischer Pagan-Metal-Atmosphäre und Kneipenbühne verleiht dem Auftritt seinen eigenen Reiz.

Die Setlist besteht überwiegend aus Songs des aktuellen Albums Wächter des Waldes, ergänzt durch drei Stücke aus Aus jenen Tagen (2011) und zwei Songs vom Debüt Düsterwald (2008). Gerade der Titelsong Düsterwald wird als echter Bandklassiker abgefeiert. Die neueren Songs stehen dem jedoch in nichts nach und funktionieren live durchweg hervorragend.

Die Stimmung im Thav bleibt konstant auf hohem Niveau, was auch die Band sichtbar genießt. Die lange Anreise aus Bayern hat sich gelohnt, sowohl für Thorondir als auch für das Publikum.

Underground, wie man ihn sich wünscht

Die Merchpreise sind angenehm human. Genauso, wie man es auf Underground-Metal-Konzerten erwartet. Entsprechend konnte ich auch nicht widerstehen.

Die Rückfahrt beginnt entspannt, wird auf der Autobahn Richtung Hannover dann aber plötzlich winterlich. Schnee, Glätte, stockender Verkehr. Am Ende dauert alles deutlich länger als geplant. Trotzdem bleibt das Gefühl, einen richtig guten Abend erlebt zu haben. Genau das sind die Konzerte, wegen denen man losfährt. Ehrlich und mit einer Stimmung, die einen einfach mitnimmt.

Text: Mario W.

Fotos: Sven R.

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