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Die Krupps – 45th Anniversary Tour 2025

45 Jahre Die Krupps. Die Band ist älter als wir es sind, wenn auch nicht viel. Energiegeladene Musik aus dem Dreieck zwischen Metal, EBM und Industrial. Das scheppert und hat Weltrang.

Die Krupps

Vor und im Musikzentrum Hannover sammeln sich Leute in dunklen Klamotten. Schwarz ist der dominierende Farbton, man sieht eben so viele Stiefel wie Sneaker.  Nach einem kurzen Blick des Secus in den Kamerarucksack gehen wir rein.

Im Saal füllt es sich, wir gehen erstmal zur Bar. Immer wieder angenehm fällt uns das Schild an der Bar auf, dass Gehörschutz kostenfrei ausgegeben wird. Neben den Kühlschränken hängt ein Spender an der Wand. Niedrigschwellig sind Ohrstöpsel in Gläsern angerichtet auf dem Tresen zur freien Verfügung. Wer keinen Gehörschutz dabei hat, wird hier nicht im Stich gelassen. Das ist leider nicht selbstverständlich, weshalb es hier so positiv auffällt.

Der Oberrang ist heute geschlossen, die Presse darf jedoch nach oben. Für einzelne Aufnahmen schleicht sich unser Fotograf gelegentlich rauf.

Der Beginn wurde etwas vorverlegt. 19:40 Uhr soll es losgehen, angesagt war ursprünglich 20:00 Uhr. Als Überraschung starten Johnny Tupolev den Abend. Die Anmoderation des Sängers passt dazu. Der Surpriseact steht nicht auf dem Plakat, nur eine handgeschriebene Tafel im Eingangsbereich verriet den Aufmerksamen unter den ankommenden Gästen davon. Auch eine kleine Merchecke, neben dem Merch der Krupps, verriet den Surpriseact. Ein kurzes Set, sauber gespielt mit Witz und Showmanship. Vergleichsweise ruhiger Auftakt in den Abend.

A pro pros Merch: Die Preise sind fair. Die Krupps haben eine Tour-EP im Gepäck, welche exklusiv auf der Tour zu kaufen sein wird. Im Bundle mit einem Shirt werden 40 € aufgerufen.

Unterstützt werden die Herren aus Düsseldorf auf dieser Tour von Schattenmann. Passend ausgewählt. Die Nürnberger sind in der Neuen Deutschen Härte angesiedelt und führen den Abend kraftvoll in härtere Gefilde. Ein Hingucker ist die Band auf jeden Fall. Gerade bei Schwarzlicht leuchten die Schädelmaske des Drummers und die weißen Zebrastreifen des Gitarristen. Aber auch Gesicht und Schädel des Sängers und Gesicht und Arme der Bassistin leuchten dabei auf. Akzente und Outline der Jacke des Sängers treten bei Schwarzlicht auch hervor. Ein witziger Effekt, der in ausgewählten Songs eingesetzt wird.

Humorvolle Interaktionen mit dem Publikum steigern die Stimmung. An dieser Stelle grüßen wir den Zugführer, mit dem sich der Sänger mehrfach von der Bühne aus kurz unterhielt.

Nach einer kurzen Umbaupause betreten Die Krupps die Bühne. Inzwischen ist es recht voll, aber nicht unangenehm gedrängt. Gitarrist kam Dylan Smith, ex-Sisters of Mercy, ist der „Neuzugang“ der Band. Seine Dynamik und Bühnenpräsenz ergänzt den machtvollen Klang.

Die Setlist ist eine Reise durch die Bandgeschichte. Eröffnet wird das Konzert mit „Nazis auf Speed“, was sich in die Gehörgänge einschleicht. Zu den stampfenden Industrialklängen wird im Publikum passend getanzt. Ab hier nimmt die Setlist Fahrt auf. Kurze Moderationen und eine durchgehende Interaktion mit dem Publikum steigern die Stimmung. Das Stahlofon kommt mehrfach zum Einsatz und wird mit der Trillerpfeife ergänzt. Dabei weicht das Grinsen nicht aus dem Gesicht von Jürgen Engler.

Am Ende des Sets gibt es eine Zugabe, sie führt in die ganz frühen Jahre zurück. Nach „Wahre Arbeit – Wahrer Lohn“ von 1981 ist Feierabend. Schön wars!

Um den Abend kurz in passenden Worten zusammen zufassen: Das Erreichen des musikalischen Ziels hat oberste Priorität. Das Gehör des Publikums ist dem untergeordnet. (Im positivsten Sinne.)

Text: HH, JJ

Fotos: JJ

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