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NITROGODS – LIVE IM MUSIKZENTRUM HANNOVER

NITROGODS – LIVE IM MUSIKZENTRUM HANNOVER

SUPPORT: THE NIFTIES, DUST & BONES

Am Sonntag 15.02.2026 gastierten die Nitrogods auf ihrer ’Valley Of The Gods-Tour’ seit längerem mal wieder in Hannover, unterstützt von The Nifties und Dust & Bones.

The Nifties

Den Auftakt des Abends gestalteten The Nifties aus Sarstedt. Laut eigenen Angaben punkinjected Rock ’N’ Roll mit einem puristischen Sound, angesiedelt irgendwo zwischen Ramones, Turbo A.C.’s und Gluecifer.

Der Schreiberling dieser Zeilen kannte die Band bisher nur aus der Konserve und war davon nicht besonders überzeugt. Umso grösser die Überraschung was die Band live auf die Bretter bringt, denn sie ballerte sofort los, davon die ersten vier Stücke ohne eine einzige Ansage. Rein optisch dachte der Rezensent zunächst an eine Reinkarnation von Buddy Holly, doch kurze Zeit später setzte Sänger Matthias seine Brille ab. Musikalisch eine Mischung aus einer gewaltigen Portion Psychobilly, gepaart mit der Direktheit der Ramones und der Energie des Garage Rock wie zum Beispiel den Stooges. Da war von der ersten bis zur letzten Sekunde Dampf auf dem Kessel, ein richtig klasse Gig. Weiter so!

Dust & Bones

Die zweite Combo des Abends waren Dust & Bones aus dem schwäbischen Backnang. Seit 25 Jahren spielen sie ihre energiegeladene Mixtur aus riffigem Punk, düsterem Heavy Rock mit Metal-Attitüden und kompromisslos dreckigem Rock ‚N‘ Roll – eben High Energy Dirt Rock. Als Einflüsse nennen sie ebenfalls die Ramones, aber auch Rose Tattoo, Danko Jones, Motörhead und Turbonegro.

Und wahrlich haben sie nicht zuviel versprochen. Mit ihren stimmlich zwei sehr unterschiedlichen Sängern gestalten sie ihre Songs sehr abwechslungsreich und legten sofort bei 120% los. Beim ersten Song „UR R’n’R“ steht Sänger Jens mit einem sehr hübschen Imitat eines Elviskostüms (allerdings mit weniger Glitterkram, die typische Tolle fehlte, dafür aber mit einem Bart in ZZ Top-Qualität!) auf der Bühne. Leider hat er sich dann sehr bald umgezogen – schade!

Das tat der Qualität des Gigs aber keinen Abbruch, stilistisch passt die Band hervorragend zu den Nitrogods. Hervorzuheben ist noch, dass unter den Fans ein Pärchen war, welches einen Tag vorher geheiratet hatte. Der musikalische Glückwunsch von Dust & Bones: Für mich solls rote Rosen regnen! Na denn…

Nitrogods

Das Bier rutscht gut und das (sehr kurze) Warten auf den Headliner Nitrogods beginnt. Seit 15 Jahren spielt das Trio bestehend aus Claus „Oimel“ Larcher, Henny Wolter und Klaus Sperling in unveränderter Besetzung ihren Hard Rock, beeinflusst durch Punk, Blues und Metal sowie einer Prise Psychobilly.

Für den Schreiberling dieser Zeilen ist es bereits das etwa sechste Konzert des Trios und auch für den Grossteil des Publikums ist es bei weitem nicht der erste Gig dem sie beiwohnen.

Und es geht gleich ordentlich los: Black Car Driving Man ist als Opener der Show sehr gut gewählt und auch sonst ist die Auswahl der Songs sehr gelungen: Boogeyman, Left Lane To Memphis, Did Jesus Turn Water Into Beer, Rotten Sucker, Get Lost, Whiskey Wonderland um nur einige zu nennen. Hervorzuheben ist allerdings eines der Lieblingsstücke des Artikelschreibers, Damn Right (They Call It Rock’n Roll). Dafür gilt der Band ein Extra-Dankeschön.

Die Besonderheit des Abends stellt die Präsentation des Songs ’Lipsynch Starz’ dar: Drummer Klaus Sperling verlässt seinen angestammten Platz hinter seinem Schlagzeug und kreierte mit seinen Sticks ein schönes Solo auf einem Bierpülleken inklusiver kesser Tanzeinlage. Eine offene Kritik an Bands die in weiten Teilen ihre Konzerte mit Einspielungen und Playback bestreiten. Mit der Bierflaschenbeweisführung (Prädikat: Pädagogisch wertvoll) ist klar: Nitrogods im Konzert = 100% live!

Zum Schluss gibt es noch zwei satte Zugaben, insgesamt ein Set mit 1½ Stunden Spielzeit. Nitrogods hat erneut geliefert und entlässt einen Altrocker mit einem seligen Lächeln auf den Lippen in die kalte Februarnacht. Auf ein nächstes Mal!

Text: Enzo Clopedini

Foto: S.R.

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