Im Rahmen der Death Over Europe Tour spielten Mayhem am 07.02.2026 in Herford. Wir treffen kurz vor 18 Uhr bei trockenem Winterwetter am Kulturwerk Herford ein. Vielen vermutlich noch als X bekannt. Laut Website des Venues soll der Einlass um 18 Uhr beginnen. Wir stellen uns in die bereits um zwei Ecken auf den Parkplatz reichende Schlange ein. 18 Uhr verstreicht, die Schlange wächst weiter an. Gegen 18:45 Uhr öffnen sich die Türen und der Einlass läuft zügig. Der Kälte entflohen zieht es uns zum Merchtable, alle drei Band bieten hier ein großes Sortiment an. Patches, Shirts, Alben, Hoodies und vieles mehr. Die Preise entsprechen dem “neuen Normal”: T-Shirts kosten 35 €, Hoodies grob das Doppelte, Patches ‘nen 10er.
Es ist bereits gut gefüllt, also holen wir uns rasch eine Erfrischung an der Bar. Ein kühles Bier gegen die langsam aus uns weichende Kälte der Warteschlange. Während wir die Erfrischung genießen, füllt es sich zusehends weiter. Es ist bereits abzusehen, die Bands ziehen viel Publikum an. Im Hintergrund dudelt klassischer Heavy Metal aus den Boxen, darauf kann sich hier jeder einlassen. Eine Kleinigkeit die uns positiv auffällt ist, dass es am Eingang kostenlosen Gehörschutz gibt. Wer seinen vergaß, muss also nicht mit klingelnden Ohren nach Hause gehen.

Den Auftakt geben um 19:30 Uhr Immolation aus den USA. Sie zelebrieren ihren Oldschool Deathmetal. Treiben und melodisch wogt uns die Musik entgegen. Seit 1986 aktiv haben sie noch immer die Kraft, die Menge anzuheizen. Sie spielen mit sichtlicher Freude und strotzen dabei vor Energie. Das Publikum nimmt diese Energie auf und spiegelt sie wider. Wie es sich gehört, wird das neue Album dezent promotet und die neue Single “Adversary” gespielt. Ein gelungener Einstieg in das Abendprogramm.

Um 20:10 Uhr ist es leider schon vorbei. Es folgt ein kurzer Changeover.

Gegen 20:30 Uhr wird es wieder dunkel im Saal. Das Intro von Marduk, heute als Special Guest auf der Bühne, beginnt. Ab der ersten Minute ist klar, der Ton ändert sich. Klassischer Black Metal nach schwedischer Machart nimmt den Raum ein. Über dem Publikum brechen wogende, schnell gespielte Riffs, durchschnitten von keifendem Gesang. Die Nebelmaschine gibt alles, die Band taucht ab in einem undurchsichtigen Meer aus Licht, Lärm und Nebel. Das Publikum geht in diesem Meer nicht unter, es wird mitgerissen. Die Band schafft mit ihrer Performance die grimmigen Black Metal Klischees aufrechtzuerhalten, und bezieht das Publikum dennoch mit ein. Das klappt ohne langes Gesabbel, ohne lächerlich zu wirken und bringt wogende Arme im Publikum hervor, ohne peinlich zu wirken.

Die Wucht der Band überträgt sich auf das Publikum, welches sich sichtlich unterhalten und abgeholt fühlt. Dargeboten wird ein guter Mix aus alten und neuen Alben. Einen besonderen Fokus erkennen wir dabei nicht. Muss aber auch nicht sein, es funktioniert, klingt gut und sorgt für eine passende Überleitung zum Mainact. Job well done.

Nach einer knappen Stunde verebben die schnell gespielten Schallwogen, die Band verlässt die Bühne. Über den nun folgenden Changeover tragen nun eher sphärische Hintergrundklänge aus den Lautsprechern.

Als das Licht wieder runtergedimmt wird, beginnt das Intro von Mayhem. Die Black Metal Legende aus Norwegen betreten die Bühne. Den anhaltenden und stilbildenden Einfluss auf das Genre Black Metal ist der Band und dem Publikum bewusst. Deshalb ist man heute Abend hier.

Den musikalischen Fokus legen Mayhem auf „Deathcrush“ und „Mysteriis“, sowie die Promotion vom am Vortag erschienenen „Liturgy“. Die anderen Alben finden mit wenigstens einem Song Eingang in die Setlist.

Neben einer wilden Lichtshow wird dem Auge mehr geboten. Die vielen Kostümwechsel des Sängers, Props wie Knochenkreuz, Schädel und Galgenknoten sind ebenfalls eine Facette der visuellen Show. Im Hintergrund prangt eine große Videoleinwand, auf welcher aufwändig produzierte Backgroundvideos laufen. Der manchmal eigenwillig wirkende Gesangstil, ins Opernhafte überleitende, gehören ebenso dazu. Akustische Überleitungen zwischen den Songs und ein guter Ton runden die Darbietung ab. Das Publikum erlebt weit mehr als ein Konzert, es ist ein Black Metal Gesamtkunstwerk. Wer Mayhem will, bekommt hier Mayhem. Sie haben es geschafft den Oldschool Black Metal aus den 80er und 90er Kellertagen in die Moderne zu holen. Mayhem beweisen, dass Black Metal nicht nur stures Geschrammel in der Garage ist, sondern künstlerisch wertvoll und atmosphärisch sein kann.

Zusammenfassend kann man sagen, es ist eine gute und professionelle Show aller Musiker.

Die Zugabe wird eingeleitet von einer gezogenen Version von “Silvester Anfang”, untermalt von einer Videokollage von Fotos aus der Gründungszeit der Band. Passend wird die legendäre EP „Deathcrush“ gespielt, leider nicht in voller Länge.

Gegen Mitternacht endet der Konzertabend. Das Publikum wirkt zufrieden, wir sind es auf jeden Fall.
Wir bedanken uns herzlich bei VIBRA AGENCY für die Akkreditierung und den freundlichen Empfang.
Text: TJ und JJ
Fotos: JJ






