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10 Fragen 10 Antworten: Psycrotted


Frage: Euer Projekt startete mitten in der Corona-Pandemie. Wie hat diese ungewöhnliche Situation euren kreativen Prozess beeinflusst – und hätte es Psycrotted ohne diese Umstände überhaupt gegeben?

 

Antwort: Die Entscheidung, Psycrotted zu gründen, stand schon vor dem ersten Lockdown fest. Natürlich hat uns die Pandemie zunächst ausgebremst, weil gemeinsame Proben nicht möglich waren. Aber unsere musikalische Richtung war bereits klar – wir teilen einen ähnlichen Geschmack und bringen viel Erfahrung aus anderen Bands mit. Gerade die Einschränkungen haben uns gezeigt, wie sehr wir das Projekt wirklich wollten. Wir haben trotz der Umstände weiter an Ideen gearbeitet und gemerkt: Psycrotted ist mehr als nur ein spontanes Vorhaben, es ist etwas, das uns alle antreibt.

 

Frage: Ihr stammt alle aus vorherigen Bands wie Zarathustra, Kiraeios und Warforger. Welche musikalischen oder persönlichen Erfahrungen habt ihr aus diesen Projekten mitgenommen, die Psycrotted heute prägen?

 

Antwort: Besonders prägend ist die Live-Erfahrung, die wir alle gesammelt haben – jeder auf seine Weise. Diese unterschiedlichen Perspektiven geben uns heute ein breites Fundament. Auch im Songwriting haben uns die Jahre in den anderen Bands geschult: Wir wissen, wie man Ideen strukturiert und welche Wirkung bestimmte Elemente entfalten können. Dadurch hatten wir von Anfang an ein klares Bild davon, was wir musikalisch erreichen wollten. Diese Erfahrungen sind wie ein Fundament, auf dem wir jetzt gemeinsam etwas Eigenes errichten.

Frage: Der Wendepunkt 2021, als Stefan und Aaron Zarathustra verlassen haben, war sicherlich kein leichter Schritt. Was war der ausschlaggebende Moment, an dem klar wurde: Psycrotted wird mehr als ein Nebenprojekt?

 

Antwort: Schon während des Songwritings haben wir gespürt, dass Psycrotted mehr Potenzial hat als nur ein Nebenprojekt. Die Resonanz auf unsere ersten Schritte war positiv, und die Umstände in den anderen Bands waren nicht ideal. Wir alle hatten das Gefühl, dass hier etwas Größeres entstehen kann. Da wir geschlossen an einem Strang gezogen haben, war es letztlich eine konsequente Entscheidung – und ein wichtiger Schritt, um Psycrotted zu dem zu machen, was es heute ist.

 

Frage: Eure erste Promo 2022 enthält nur zwei Songs. Wieso habt ihr euch für ein kompaktes Release entschieden – und welche Bedeutung haben diese beiden Tracks rückblickend für eure Entwicklung?

 

Antwort: Es waren unsere ersten beiden Songs, und wir wollten uns nach außen präsentieren – die Entscheidung fiel daher leicht. Für uns war das Release ein Meilenstein, weil es den Grundstein für unsere Bandgeschichte gelegt hat. Beide Stücke spiegeln genau das wider, wofür Psycrotted steht: kompromissloser Old School Death Metal mit einem spürbaren Thrash-Anteil. Rückblickend markieren diese Tracks den Ausgangspunkt unserer musikalischen Identität und haben uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Frage: Seit 2022 habt ihr euch die Bühne mit Szenegrößen wie Postmortem, Graceless, Profanity oder Protector geteilt. Was war euer prägendstes Live-Erlebnis bisher – und warum?

 

Antwort: Jeder Auftritt hat für uns seine eigene Bedeutung, aber der Gig mit Protector im From Hell in Erfurt sticht heraus. Protector ist eine prägende Band der deutschen Thrash-Metal-Geschichte, und durch unseren persönlichen Kontakt hatte dieser Abend für uns eine besondere Relevanz. Der Club war voll, die Stimmung intensiv – und wir haben gespürt, dass wir dadurch auch selbst bekannter geworden sind. Besonders freuen wir uns darauf, im kommenden Juni erneut mit Protector die Bühne zu teilen, diesmal beim Nackenbrecher Open Air, das wir auch organisatorisch mitgestalten.

 

Frage: Euer Debütalbum „Creations Of Insanity“ erreichte 8/10 Punkte auf Powermetal.de. . Welche Rückmeldungen aus Reviews oder vom Publikum haben euch persönlich am meisten motiviert?

 

Antwort: Die 8/10 auf Powermetal.de war für uns ein starkes Signal. Auch die Bewertung von Ammo-Underground aus Österreich mit 7/10 hat uns bestätigt. Besonders motivierend war aber die direkte Resonanz des Publikums bei unseren Konzerten und das Feedback von Freunden und Weggefährten. Diese Rückmeldungen geben uns das Gefühl, dass unsere Musik genau die Menschen erreicht, die wir ansprechen wollen. Erwähnenswert ist auch die positive Review des Goreministers auf YouTube, die zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt hat. All das hat uns ermutigt, konsequent weiterzumachen.

 

Frage: Eure Musik verbindet Death- und Thrash-Metal mit Einflüssen von Benediction, Jungle Rot, Bolt Thrower, Sodom und Exodus. Welche Elemente dieser Bands sind euch besonders wichtig – und was macht euren eigenen Sound einzigartig?

 

Antwort: Diese Bands haben uns in unserer Jugend begleitet und prägen bis heute unsere musikalischen Einflüsse. Die Härte von Benediction, die rhythmische Wucht von Jungle Rot, die atmosphärische Schwere von Bolt Thrower und die Energie von Sodom und Exodus sind Elemente, die uns wichtig sind. Gleichzeitig ist es uns entscheidend, dass unsere Musik Leidenschaft transportiert – im Studio wie auf der Bühne. Inhaltlich setzen wir uns mit psychischen Themen auseinander, die wir durch gezielte Atmosphäre verstärken. So entsteht ein eigener Sound, der die Ernsthaftigkeit unserer Inhalte unterstreicht und uns unverwechselbar macht.

 

Frage: 2025 steht für euch im Zeichen des Songwritings. Gibt es thematische oder musikalische Richtungen, die ihr für das kommende Album bewusst neu auslotet?

 

Antwort: Das Songwriting für unser neues Album ist abgeschlossen. Wir haben bewusst auf einen konzeptionellen Ansatz gesetzt, um jedem Song mehr Schlagkraft und Bedeutung zu verleihen. Stilistisch bewegt sich das Album stärker in Richtung Death Metal, wobei der Thrash-Anteil weiterhin präsent bleibt. Inhaltlich setzen wir uns mit schweren Traumata auseinander, die unter einem Kernthema behandelt werden. Musikalisch nutzen wir die Möglichkeiten von Death- und Thrash-Metal, um Atmosphäre zu schaffen und gleichzeitig Energie zu transportieren. Es wird intensiv, ehrlich und kompromisslos – lasst euch überraschen.

 

Frage: Ihr seid nicht nur Bandkollegen, sondern teilweise Arbeitskollegen oder langjährige Weggefährten. Wie beeinflusst eure persönliche Bindung die Dynamik im Proberaum und beim Songwriting?

 

Antwort: Unsere Freundschaft ist die Basis der Band. Niemand von uns möchte nur als „Mitarbeiter“ gesehen werden. Im Proberaum, im Studio und bei Konzerten herrscht eine lockere Atmosphäre, die von gemeinsamer Motivation geprägt ist. Wir freuen uns über unsere Erfolge und feiern diese zusammen. Gleichzeitig sorgt die persönliche Bindung dafür, dass wir Dinge nicht immer zu ernst nehmen und dadurch freier und unbeschwerter an unser Songwriting und unsere Performance herangehen. Diese Dynamik macht unsere Musik authentisch und hält uns als Band zusammen.

 

Frage: Zum Abschluss: Was können Fans 2025/2026 von Psycrotted erwarten – mehr Härte, mehr Groove oder vielleicht völlig neue Facetten?

 

Antwort: 2026 wird für uns ein entscheidendes Jahr. Neben der Aufnahme und Veröffentlichung unseres zweiten Albums werden wir auch live sehr präsent sein. Neben Clubshows stehen Festivals wie das Nackenbrecher Open Air, Metal Underground Resistance, Chronicle Moshers und RUDE auf dem Programm. Diese Auftritte wollen wir nutzen, um unsere Schlagkraft einem breiteren Publikum zu zeigen. Musikalisch erwartet die Hörer eine klare Portion Old School Death Metal mit spürbarem Thrash-Anteil – direkt, ehrlich und ungeschönt. Auch wenn die neuen Songs in einem konzeptionellen Kontext stehen, bleibt die Energie unverändert: kompromisslos und animierend zum abgehen…
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